Aachen: Unglaubliches Stehaufmännchen Beerbaum

Aachen: Unglaubliches Stehaufmännchen Beerbaum

Ludger Beerbaum ist ein unglaubliches Stehaufmännchen. Am vierten Sprung des Nationenpreise von Aachen schien schon alles vorbei zu sein, seine Stute Gotha strauchelte, sprang in die Triple Bar und lief am nächsten Hindernis vorbei.

„Sie hat sich ein bisschen erschrocken, aber ich auch”, sagte der Weltklasse-Springreiter hinterher: „Mit dem Bauch auf der Stange, das war kein schönes Gefühl.” 18 Strafpunkte kostete der Blackout, ausgerechnet der erfolgreichste Reiter im deutschen CHIO-Team lieferte das Streichergebnis.

Trotz des Schrecks kam Beerbaum zurück, ritt in der zweiten Runde ohne Fehler. „Mit ist ein Stein vom Herzen gefallen”, gab der Routinier zu, der so den zweiten Platz hinter Irland sicherte. „Moral, Herz und Courage sind super”, schwärmte der Reiter aus Riesenbeck von seiner neunjährigen Stute. Jetzt ist er sich sicher: Gotha soll ihn zur WM in die USA tragen.

Dem verpassten Sieg trauerte Beerbaum angesichts des Mini- Comebacks nicht lange nach. „Der zweite Platz ist auch okay, das ist kein Grund Trübsaal zu blasen”, sagte der viermalige Olympiasieger, der trotz seiner 46 Jahre noch immer vor Ehrgeiz brennt. „Es ist noch nicht perfekt, wir sind noch nicht am Ziel. Aber wir sind auf dem Weg.”

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