Aachen: Über die Ukraine zum olympischen Gipfel

Aachen: Über die Ukraine zum olympischen Gipfel

Der Anfang, er war schnell gemacht und die wichtigste Mission damit im Grunde auch schon erfüllt: Als Katharina Offel, 34, am vergangenen Sonntag das Sichtungsturnier für die Olympischen Spiele gewann, hatte sich für sie das Kommen in die Soers bereits gelohnt. Für sie und das gesamte ukrainische Team.

Ukraine? Nun, Katharina Offel, die 1976 im bayerischen Rosenheim geboren wurde und im Alter von acht Jahren mit dem Reiten begann, startet international seit Jahren unter ukrainischer Flagge. Genau wie Björn Nagel, ehemaliger deutscher Junioren-Europameister im Springreiten. „Aachen und der CHIO”, sagt Offel, „das ist schon etwas ganz Besonderes.”

Aachen, Offel und Olympia, da war doch schon mal was, oder? 2006, bei den Weltreiterspielen, die ebenfalls in Aachen stattfanden, erreichte die Springreiterin einen der größten Erfolge ihrer Karriere, als sie mit der ukrainischen Mannschaft den 4. Platz belegte und dem osteuropäischen Land - zum damaligen Zeitpunkt überraschend - die Qualifikation für die Olympischen Reiterspiele 2008 in Peking ermöglichte. Doch vor drei Jahren trat sie die Reise ins ferne China nicht an. „Nach meiner Babypause kam der Einsatz noch zu früh”, sagt sie mit Blick auf die Geburt ihres Sohnes.

Doch 2011 gibt es auch nach geschaffter Olympia-Qualifikation keinen Grund, sich auszuruhen: Beim NETAACHEN-Preis trat Offel an (am Ende Platz 32), den STAWAG-Preis (40.) nahm sie ebenso mit wie den Preis der StädteRegion Aachen, wo sie mit einem ihrer neuen Pferde, dem elf Jahre alten Lord If de Chalousse letztlich 30. wurde. Durch einen fünften Platz beim WARSTEINER-Preis („Da habe ich mich sehr drüber gefreut”) und den Gewinn des Sichtungsturniers - Björn Nagel rundete mit seinem 2. Platz das sehr gute Ergebnis für die Ukraine ab - steht das Aachener Reitturnier bereits nach etwas mehr als der Hälfte der Distanz in der persönlichen Hierarchie ganz oben. „Hier kommt man ohnehin gerne hin, wenn man dann erfolgreich ist, sind die Erinnerungen noch schöner.”

Der CHIO ist übrigens kein Neuland für die Springreiterin, die sich im Mai auf Platz 42 der Weltrangliste befand: 2005 trat sie bereits in Aachen an und gewann ein Springen, bevor ein Jahr später Olympia zum ersten Mal mit Erfolg anvisiert wurde. Und nun? „Ja”, sagt Offel und lacht, „dieses Mal werde ich mein Ticket wohl einlösen. Vorausgesetzt die Pferde und ich bleiben gesund. Auf die Qualifikation haben wir das ganze Jahr hingearbeitet.” London ist noch ein bisschen Zukunftsmusik. Vorher steigt sie heute beim RWE-Preis von Nordrhein-Westfalen in den Sattel. Sie kann einfach nicht anders.

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