Aachen: Steffen Peters: „Es ist ein tolles Gefühl für uns”

Aachen: Steffen Peters: „Es ist ein tolles Gefühl für uns”

Sah es am Donnerstag nach dem Grand Prix noch nach einem Start-Ziel-Sieg für Steffen Peters (USA) und Ravel aus, so können sich die Zuschauer heute auf ein packendes Duell in der Kür um den Deutsche Bank Preis freuen. Denn es kommt zum Top-Duell zwischen der unumstrittenen Kür-Königin Anky van Grunsven auf Salinero und dem aktuellen Weltcup-Sieger Peters.

Nach durchwachsener Leistung und Platz 5 im Grand Prix hatte van Grunsven im gestrigen Grand Prix Spécial um den MEGGLE-Preis „angegriffen” - lediglich 0,304 Punkte trennten die Olympiasiegerin von Peters, der wie schon im Grand Prix siegte. Rang 3 ging an Nadine unter Hans Peter Minderhoud (Niederlande) vor der besten Deutschen Heike Kemmer (Winsen) auf Bonaparte.

„Ravel gehört nun zu den Top-Pferden der Welt. Das bedeutet viel mehr Druck für uns, ist aber ein tolles Gefühl”, sagte Steffen Peters in perfektem Deutsch. Denn auch wenn für den 44-Jährigen am amerikanischen Unabhängigkeitstag die amerikanische Nationalhymne erklang, so ist der US-Reiter doch in Deutschland geboren. Und hier lernte er auch bei Johann Hinnemann (Voerde) Dressurreiten. 1985 wanderte der gebürtige Rheinländer in die USA aus. „Ich komme noch oft nach Deutschland, habe hier noch Familie und Freunde, aber ich fühle mich als inzwischen als Amerikaner”, sagt der sympathische Dressurreiter, der in Kalifornien lebt.

„Platz 5 - nein, das hat mir gar nicht gefallen”, sagte Anky van Grunsven bestimmt und zog die Nase kraus. „Ich habe mir selbst gesagt, dass ich mehr kämpfen muss, wenn Salinero wieder Angst hat oder verspannt ist.”

Trotz der Leistungssteigerung dreier seiner Reiter im Spécial hatte Bundestrainer Holger Schmezer neue Sorgenfalten auf der Stirn. „Im Augenblick gibt es aber auch immer wieder neue Einschläge”, seufzte Schmezer, der wie das Publikum eine Schrecksekunde erlebte. Ulla Salzgeber war mit Herzruf´s Erbe ins Deutsche Bank Stadion geritten und absolvierte die letzte Vorbereitungsrunde um das Viereck, als ihr „Herzi” bei Punkt B von einem Tritt auf den anderen plötzlich stocklahm ging.

Die 50-Jährige saß sofort ab und führte ihr Pferd aus dem Stadion. „Nach der ersten Prognose ist es eine Zerrung im Fesselkopf”, so Schmezer. Mit Blick auf die EM Ende August in Windsor war die Leistungssteigerung des restlichen Trios ein Trost. „Bonaparte zeigte eine sehr gute Form, war weitgehend fehlerlos”, notierte der Bundestrainer. „Und auch Sterntalers Runde war kein Vergleich zu seinem Auftritt im Grand Prix.” Der 14-jährige Wallach hatte unter Matthias Alexander Rath Platz 7 belegt, Ellen Schulten-Baumer wurde auf Donatha Zwölfte.