Aachen: Rath: Totilas große Chance für Dressursport

Aachen: Rath: Totilas große Chance für Dressursport

Matthias Rath sieht den Hype um sein „Wunderpferd” Totilas als große Chance für den deutschen Dressursport. „Es ist faszinierend, dass er so viele Menschen begeistert. Für den Dressursport ist es eine Riesenchance”, sagte Rath am Rande des CHIO in Aachen.

Für den 26-Jährigen selbst hat sich im letzten halben Jahr eine Menge verändert. „Die Fanpost ist in den letzten Monaten gestiegen, auch die Autogrammstunden sind wesentlich voller. Es macht verdammt viel Spaß.”

Beim Grand Prix zum Dressur-Auftakt am Donnerstag hatte Rath mit dem Zehn-Millionen-Pferd die Zuschauer in der Soers begeistert und die Mannschaft zum Sieg geführt. „Er reagiert sehr sensibel auf den Reiter. Das gibt mir die Möglichkeit, alles aus ihm herauszuholen, auch mal mutig zu werden”, sagte Rath.

Vater der bestmögliche Trainer

Im aufregenden letzten halben Jahr habe ihm vor allem sein ganzes Team geholfen. „Meine Stiefmutter Ann Kathrin Linsenhoff und Paul Schockemöhle können mir unheimlich viele Erfahrungswerte mitgeben”, sagte Rath, der von seinem Vater Klaus Martin trainiert wird. Für den 26-Jährigen kein Problem. „Es ist ein unheimliches Glück. Bei uns gibt es die klare Regel, dass das Training die eine, das Privatleben die andere Sache ist. Wenn das gut funktioniert, ist er der beste Trainer, den ich mir vorstellen kann, da er mich am besten kennt. Er kann mir dadurch am besten helfen.”

„Reiten ist meine Handschrift”

Kritik, er könne mit „Popstar” Totilas selbst kaum noch etwas falsch machen, kontert Rath entschieden. „Im Viereck bin ich mit Totilas alleine, da kann mir keiner mehr helfen. Da muss ich selber fühlen, wie ich reiten muss. Letzten Endes ist das Reiten meine Handschrift.”

Schockemöhle, der den elfjährigen Rappenhengst im vergangenen Herbst für zehn Millionen Euro aus den Niederlanden nach Deutschland holte, kennt Rath schon seit einigen Jahren. „Ich habe geglaubt, dass er zu dem Pferd passt. Und als er ihn das erste Mal geritten hat, haben wir gewusst, dass es klappt.”

Rath hat schon im Alter von sechs Monaten auf dem Schoß seines Vaters auf einem Pferd gesessen. Mit fünf Jahren stand das erste Shetlandpony unter dem Weihnachtsbaum. „Das Entscheidende war, dass es in unserer Familie immer freiwillig war. Ich hatte schon immer wahnsinnig viel Spaß daran.”

Mehr von Aachener Nachrichten