Aachen: Rath hält dem Druck stand und triumphiert

Aachen: Rath hält dem Druck stand und triumphiert

Um 9 Uhr war die Welt noch in Ordnung, 20 Minuten später nicht mehr - zumindest aus Sicht der deutschen Dressurreiter: Eben war Dablino noch unter Anabell Balkenhol munter getrabt - im nächsten Augenblick lahmte der elfjährige Hannoveraner. Der Start als erster deutscher Reiter im Lambertz-Nationenpreis um 9.27 Uhr platzte.

„Um 7 Uhr wurde Dablino gearbeitet, da war er topfit. Vor dem Einreiten in die Prüfung muss er sich wohl vertreten haben”, so Bundestrainer Holger Schmezer. Um was für eine Verletzung es sich handelt, war gestern Abend noch nicht geklärt.

Damit zählten die drei Ritte ihrer Equipe-Kollegen für die Wertung im Nationenpreis. Doch Isabell Werth (77,830) auf El Santo, Christoph Koschel (72,362) und Matthias Alexander Rath (82,170) auf Totilas ließen sich davon nicht beeindrucken und sicherten mit 233,341 Punkten den Nationenpreis vor den Teams aus Großbritannien (220,873) und den Niederlanden (218,957). Die Einzelwertung des Grand Prix gewann Rath vor Vize-Weltmeisterin Laura Bechtolsheimer (Großbritannien/80,553) auf Mistral Hoiris und Werth. Koschel komplettierte als Sechster das gute deutsche Ergebnis.

„Totilas ist sehr gut gegangen, das war unsere beste Runde bisher”, strahlte Matthias Alexander Rath, der nach der Schlussaufstellung und dem obligatorischen Gruß an die Richter seinen Zylinder erst gar nicht wieder auf den Kopf setzte, sondern erleichtert jubelnd in der Luft schwenkte. In der Tat zeigte der elfjährige Hengst, der 2010 unter Edward Gal (Niederlande) alle drei Dressuren sowie drei WM-Titel gewonnen hatte, eine fehlerfreie, konzentrierte Runde. „Matthias hat Emotionen gezeigt, ist richtig aus sich rausgekommen. Sein Ritt war aber auch für mich erleichternd. Die Frage, ob er der richtige Reiter für Totilas ist, ist wohl beantwortet”, freute sich auch Schmezer.

Isabell Werths dritter Platz ist um so höher zu bewerten ist, da ihr erst zehnjähriger El Santo eins der jüngsten Pferde im Wettbewerb ist. „El Santo hat eine tolle Entwicklung gemacht, für seine jungen Jahre hat er eine erstaunliche Reife. das war der beste Ritt bisher”, analysierte Schmezer. Noch „eine Schippe drauflegen” kann auch Koschel. „Er hat seinen Auftritt etwas verschlafen, da geht noch mehr.”

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