Niels Bruynseels will sich beim CHIO 2018 in Aachen behaupten

Aachen : Niels Bruynseels: „In Aachen will jeder gewinnen“

Der Belgier Niels Bruynseels will in der Soers seinen Status als Grand-Slam-Anwärter behaupten. Im Interview mit unserer Redaktion spricht er über seine Ziele und seine Premiere mit Stute Gancia in Aachen.

Mit Ihrem Sieg beim The Dutch Masters im März hat der Rolex Grand Slam of Show Jumping für Sie begonnen. Nun stehen Sie vor der nächsten Herausforderung, dem CHIO Aachen. Was haben Sie sich für dieses Major vorgenommen?

Bruynseels: Eine ganze Menge! Als Top-Reiter kann man fast jedes Wochenende an einem Fünf-Sterne-Turnier teilnehmen, aber die Majors des Rolex Grand Slam stechen dabei heraus. Dass ich nach meinem Sieg beim The Dutch Masters nun als Grand-Slam-Herausforderer in Aachen antrete, ist eine ganz besondere Situation für mich. Die sportlichen Rahmenbedingungen in Aachen sind natürlich anders als beim Hallenturnier in ’s-Hertogenbosch. Aber mein Top-Pferd Gancia de Muze hat auch schon sehr gute Resultate auf Rasenplätzen erreicht. Von daher bin ich zuversichtlich, dass wir beim CHIO Aachen daran anknüpfen können.

Sie waren bereits einige Male in Aachen am Start. Für Gancia wird es jedoch das erste Mal sein. Wie wird die Stute mit der Atmosphäre im Stadion zurechtkommen?

Bruynseels: Die gewaltigen Dimensionen, das Publikum, die Geräuschkulisse — das kann auf das ein oder andere Pferd schon einschüchternd wirken. Bei Gancia mache ich mir aber keinerlei Gedanken, denn sie ist ein Pferd, das mit ihren Aufgaben wächst. Je mehr Zuschauer, je intensiver die Atmosphäre, desto größer wird sie. Sie wird spüren, dass es darauf ankommt, und wissen, was zu tun ist: ihr Bestes geben!

Das klingt sehr entschlossen, dabei ist Gancia doch als sehr sensibles Pferd bekannt.

Bruynseels: Das ist sie auch! Sie hat ihren ganz eigenen Charakter — und man muss mit ihr umzugehen wissen. Aber das respektiere ich und tue alles, damit sie sich wohlfühlt, denn wenn sie erst mal im Parcours ist, gibt sie alles für mich. Auf Turnieren ist sie am ersten Tag immer sehr nervös, deswegen muss ich mir viel Zeit nehmen und ihr Sicherheit geben. Gancia wird sicherlich auch ein paar Tage brauchen, um sich an Aachen zu gewöhnen. Aber das Turnier dauert ja fast eine Woche, und so habe ich genug Zeit, um sie bis zum Rolex Grand Prix mit allem vertraut zu machen.

... und schließlich zu ihrem zweiten Majorsieg zu springen.

Bruynseels: Ich sage es mal so: Wenn Gancia sich erst mal in einer Arena wohlfühlt, kann sie darin alles erreichen! Wir haben direkt nach dem The Dutch Masters ihren Saisonplan auf Aachen ausgerichtet, sie ist also top vorbereitet. Aber natürlich muss sie am entscheidenden Tag in absoluter Bestform sein, und ich darf mir keine Fehler erlauben, wenn wir uns gegen die besten Reiter und Pferde der Welt durchsetzen wollen. Jeder kommt nach Aachen, um zu gewinnen, und am Ende braucht es sicher auch ein wenig Glück, damit man als Sieger den Platz verlässt. Aber ich werde alles geben, um in der Soers meinen Status als Grand-Slam-Anwärter zu behaupten.

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