Aachen: Meulenbergh: „Zunächst einmal den Standard halten”

Aachen: Meulenbergh: „Zunächst einmal den Standard halten”

Der neue Präsident und Vorsitzende des Aufsichtsrates des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) ist im Amt. Nach dem Rücktritt von Klaus Pavel erlebte Carl Meulenbergh (66) am Montag seinen ersten Tag an der Spitze des Vereins. Der Ex-Landrat, diplomierte Agraringenieur, Pferdezüchter, Jäger, Familienvater und stolze Opa stellte sich zum Einstieg ins neue Amt unseren Fragen.

Der CHIO Aachen 2010 scheint kaum noch zu topen zu sein. Wo sehen Sie überhaupt noch Potential zur weiteren Entwicklung?

Meulenbergh: Das ist eine spannende Frage, die wir noch am Sonntagabend direkt nach Schluss des Turniers diskutiert haben. Denn in dieser Woche beginnt bereits die Planung des CHIO 2011 vom 8. bis 17. Juli. Zunächst einmal geht es darum, den hohen derzeitigen Standard zu halten. Was eine weitere Entwicklung angeht, lautet die primäre Frage: Wohin kann die überhaupt noch gehen?

Gibt es konkrete Ideen?

Meulenbergh: Ich sage nur einmal ein Beispiel: Im Deutsche Bank-Stadion ist noch eine Seite offen. Da könnte man mal sehen, ob man da nicht etwas machen kann. Ferner sollten wir überlegen, was wir für die Zuschauer an den einzelnen Tagen noch zusätzlich anbieten können - auch an Service.

War der Neubau des Tivoli aus Ihrer Sicht ein Fehler, weil er den CHIO flächenmäßig unverrückbar begrenzt?

Meulenbergh: Am Anfang habe ich in der Tat gedacht, dass der neue Tivoli zum Nachteil des CHIO entsteht. Aber wer heute den eindrucksvollen Gesamtkomplex sieht, der muss sagen, dass der Sportpark Soers außerordentlich gut gelungen ist und eine tolle Repräsentanz auch während des Reitturniers darstellt. Es gibt ja im übrigen im Umfeld auch noch unbebaute Flächen, und auch in Richtung Eisporthalle wäre eine Entwicklung denkbar. Aber all das ist im Moment nicht akut.

Mit Frank Kemperman und Helen Rombach beim ALRV sowie Michael Mronz und Conny Mütze bei der Aachener Reitturnier GmbH (ART) agieren in der Soers vier Spitzenleute von internationalem Format. Wie stellen Sie sich mit Blick auf Ihren Führungsstil die Zusammenarbeit vor?

Meulenbergh: Es ist immer schwierig, über den eigenen Führungsstil zu sprechen. Aber in den letzten zwei Jahren haben wir untereinander ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut. Ich weiß, wie gut dieses Quartett ist, Herr Kemperman und Herr Mronz nach außen, Frau Rombach und Frau Mütze nach innen - das macht ihre Stärke aus. Ich gehöre ja an sich nur einem Aufsichtsgremium an, aber ich bin von meinem ganzen Naturell her jemand, der seine Gedanken einbringen will und wird. Und das finden die Vier auch gut so.

Inwieweit werden Sie den Kontakt zu Klaus Pavel halten und ihn gegebenenfalls in Zukunft auch einbinden?

Meulenbergh: Nicht ohne Hintergrund haben wir Klaus Pavel zum Ehrenpräsidenten ernannt. Wenn jemand 17 Jahre erfolgreich ein Turnier führt, dann erhoffen wir uns natürlich seine Mithilfe und Unterstützung. Ich bin davon überzeugt, dass wir Herrn Pavel erfolgreich einbinden werden.

Betrifft das insbesondere seine internationalen Kontakte?

Meulenbergh: Darauf möchte ich es nicht beschränken. Rat und Tat kann man immer brauchen. In welchen Fällen, das wird sich dann zeigen.

Sie selber haben eine hohe persönliche Affinität zum Pferd. Reiten Sie noch?

Meulenbergh: Nein, das überlasse ich inzwischen doch lieber meinen Enkelkindern. Aber wir haben mit einer Stute und zwei Nachkommen eine kleine Zucht. Ich liebe es, mit Pferden zu tun zu haben.