Marcus Ehning sorgt als Schlussreiter für den Sieg der deutschen Equipe

Marcus Ehning sorgt als Schlussreiter für den Sieg der deutschen Equipe

Marcus Ehning wirkt sehr entspannt am Tag danach. Der 44-Jährige hat auch allen Grund dazu, schließlich hat er als Schlussreiter die deutsche Equipe zum Sieg im Nationenpreis geritten. Wir sprachen mit ihm über die erfolgreiche Titelverteidigung.

Herr Ehning, wie kurz war die Nacht?

Marcus Ehning: Das hielt sich im Rahmen, der Nationenpreis ging ja ziemlich lange, dann waren wir noch zwei Stunden hier, aber alles blieb zivil.

Für Sie als Schlussreiter gab es nur zwei Möglichkeiten: Held oder Depp.

Ehning (lacht) Das kann ganz schnell passieren, dass man zum Deppen wird. Aber die anderen Reiter haben das super gemacht, sie haben die Grundlage dazu gelegt, dass ich noch um den Sieg reiten konnte.

Wie war die Stimmung in der Equipe nach dem ersten Durchgang? Deutschland lag vier Fehlerpunkte hinter den Führenden.

Ehning Zwischen den beiden Umläufen bleibt wenig Zeit, sich Gedanken zu machen. Wir haben nur kurz über die Fehler sprechen können, dann ging es schon weiter. Man hat zum Glück keine Zeit zum Grübeln.

Hat Sie die Titelverteidigung überrascht? Deutschland wurde nicht unbedingt als Favorit gehandelt.

Ehning: Wurde das so gesehen? Ich habe mir eine große Chance ausgerechnet mit diesem Team. Laura Klaphake reitet sehr konstant, Maurice Tebbel ist schon im vergangegen Jahr Doppelnull gegangen, Simone Blum fehlt zwar Erfahrung, aber sie hat mit Alice ein hervorragendes Pferd.

Sind Sie so etwas wie der Kapitän für die jungen Teamkollegen?

Ehning: Nein, obwohl, die Erfahrung habe ich ja — und das Alter auch mittlerweile. Aber man sieht, dass wir starke, junge Reiter haben, die einfach nur älter werden müssen.

Können Sie den Wettkampf noch einmal kurz zusammenfassen?

Ehning: Nach dem ersten Durchgang, als so viele Reiter ohne Abwurf geblieben waren, sind die Hindernisse noch einmal erhöht worden. Das war unsere Chance, denn nur wenn andere Fehler machen, kann man den Rückstand noch aufholen.

Für Sie hat der Sieg schon fast historische Dimensionen.

Ehning: Kann man so sagen. Ich habe nicht nur drei Mal hintereinander den Nationenpreis gewonnen, sondern auch noch drei Mal mit demselben Pferd. Eigentlich könnte ich jetzt aufhören, besser kann es kaum noch werden.

Sie kündigen aber hier nicht gerade Ihren Rücktritt an, oder?

Ehning: Nein, sicher nicht. Ich werde auch am Sonntag im Großen Preis wieder Pret a tout satteln. Wie es auch ausgehen wird, ich kann schon jetzt ein zufriedenes Fazit ziehen. Ich bin hier in Aachen in diesem Jahr einmal Zweiter geworden, einmal Dritter und habe wieder den Nationenpreis gewonnen.

(rom)
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