Aachen: Lehrling auf der Suche nach dem Erfolgsrezept

Aachen: Lehrling auf der Suche nach dem Erfolgsrezept

Eine Woche lang ist Dieter Junghans durch das Reitstadion gelaufen wie ein Lehrling auf der Suche nach dem Erfolgsrezept. „Ein ganz wichtiger Faktor”, weiß der 53-jährige Unternehmer inzwischen, „ist die gelungene Mischung aus Freundlichkeit und Professionalität.”

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Es ist die Quintessenz einer ganzen Reihe von Erkenntnissen, die Junghans diesmal aus einer ganz anderen Perspektive gewonnen hat. Erst seit einigen Wochen gehört er dem Aufsichtsrat des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) an. „Natürlich bin ich schon vor vielen Jahren zum CHIO gekommen”, sagt der Aachener.

Dabei hat er selbst nicht unbedingt eine „direkte Beziehung zum Pferdesport”. Reiten jedenfalls war bislang nicht unter den Sportarten, die Junghans betrieben hat. Skilaufen, Tennis, Golf, Radfahren - „seit meinem sechsten Lebensjahr bin ich an Sport interessiert”, sagt er, „aber ich bin selbst kein Reiter”.

Wie gerät man dann in den Aufsichtsrat des CHIO-Ausrichters? „Das habe ich den ALRV auch gefragt, als ich angesprochen wurde”, sagt Junghans lächelnd. Doch reitsportliche Kompetenz sei in dem Gremium nicht zuletzt durch die Dressurreiterin Stefanie Peters und den Springreiter Peter Weinberg wohl ausreichend vertreten.

Doch neben dem sportlichen Bereich gelte es auch, die Interessen von Geschäftspartnern, Sponsoren und nicht zuletzt Zuschauern („das sind immerhin mehr als 350 000 in einer solchen Woche”) im Blick zu behalten. Aus dieser Warte hat Dieter Junghans den CHIO „kennengelernt wie ein mittleres Familienunternehmen”. Und da fühlte sich der Chef von „Pro Idee” entsprechend zu Hause. Lernen will er trotzdem noch vieles. „Ich will verstehen, wodurch der Erfolg dieser Veranstaltung begründet ist.”

Eine Rolle spielt dabei sicher das „schöne Gelände, wenn es auch etwas zu klein geworden ist”, meint Junghans. Dabei hat er vor allem die Europameisterschaften vor Augen, die 2015 in Aachen ausgetragen werden. „Wir haben noch drei Jahre Zeit bis dahin, und da stehen auch Baumaßnahmen an.” Damit meint er nicht allein die geplante Erweiterung des Dressurstadions, sondern auch technische Verbesserungen etwa für die Fernsehübertragungen. „Vieles davon wird der CHIO-Besucher gar nicht sehen”, glaubt der Aufsichtsrat, „aber er wird es vielleicht merken, wenn er bequemer sitzt.”

Daneben gebe es aber den „dringlichen Wunsch” nach einer Erweiterung in unmittelbarer Nähe der jetzigen Einrichtungen. „Das Gelände ist zwar groß, weiß Junghans, „aber nicht groß genug.”

Inzwischen kennt er wohl jede Ecke in der Soers, als Aufsichtsrat ist er beim CHIO viel unterwegs. „Es gibt mehr Termine, als ich mir vorgestellt habe”, sagt Dieter Junghans. Die Aufsichtsräte haben in der Turnierwoche fast täglich Sitzungen, sie kümmern sich um Gäste oder sind bei Siegerehrungen dabei. Wichtig sei, das „Botschaften nach außen getragen werden”. Für den CHIO werde schließlich auch geworben durch die Einladung von Schulklassen, den Soerser Sonntag bei freiem Eintritt oder auch den Schaufensterwettbewerb, durch den das Weltfest des Pferdesports in der Stadt präsent ist.

„Schönes Kompliment”

Aber eben nicht nur in der Stadt: Die Weltklasse der Reitsportler lobe den CHIO als weltweit schönste Veranstaltung ihrer Art. Dieter Junghans hält das für ein „schönes Kompliment” aus berufenem Munde, „das sind ja Leute, die schon weit herumgekommen sind”.

Als neues Mitglied will er nun herausfinden, warum Weltklasse-Reiter solche Komplimente machen. Das „besondere Publikum in Aachen” habe daran einen großen Anteil, meint Junghans.

Aber ein wichtiger Faktor für den Erfolg sei auch „die Truppe, die dieses Turnier hier macht”. Die vielen Mitarbeiter - ob Profis oder Ehrenamtler - hält Junghans für „faszinierende Menschen, die ein tolles Klima haben”.