Exell und Team Oranje dominieren: Gespannfahrer in der Soers gefordert

Exell und Team Oranje dominieren : Gespannfahrer in der Soers gefordert

Koos de Ronde und Ijsbrand Chardon bauen beim Preis der schwartz GmbH den Vorsprung der Niederlande im Gespannfahren weiter aus. Der Australier führt die Einzelwertung an.

Am Ende, als die fordernde 8270 Meter messende Geländestrecke in der Aachener Soers bewältigt war, schlugen zwei Herzen in der Brust des niederländischen Gespannfahrers Ijsbrand Chardon: Der 58-Jährige erntete schon bei der tierärztlichen Untersuchung seines Gespanns viele Glückwünsche und Schulterklopfer und auch bei der anschließenden Abkühlung seines Vier-PS-Triebwerks mit Dusche und Wassereimern ging der Daumen Chardons immer wieder nach oben, und die Augen leuchteten stolz.

Platz zwei mit 121,04 Fehlern hinter seinem Landsmann Koos de Ronde (117,59) brachten die Niederlande in der Nationenwertung nach zwei von drei Teilprüfungen vor dem abschließenden Kegelfahren am heutigen Sonntag noch weiter nach vorn (Gesamtfehler 326,39). Dennoch war die Freude Chardons nicht ungetrübt, denn sein Sohn Bram, der ebenfalls zur niederländischen Equipe gehört, musste den Wettbewerb nach dem Sturz eines seiner Vorpferde im Hindernis aufgeben. „Das ist sehr schade, wir hatten uns beide vorgenommen, hier mit viel Speed durchzuziehen. Aber so ist der Sport. Hauptsache, das Pferd ist unverletzt. Preise sind schön, aber die Pferde sind wichtiger.“

Trotz des guten Abschneidens des Teams Oranje reicht es nicht für die Führung in der Einzelwertung, die weiterhin der Australier Boyd Exell innehat, der als Einzelkämpfer jedoch nicht für die Nationenwertung in Frage kommt. „Man ist nur so gut wie seine Pferde“, wehrte Exell bescheiden ab, als er mit der vorherrschenden Meinung im Fahrerlager konfrontiert wurde, es gebe zwei Wettbewerbe in der Soers: einen für den Australier, einen für den Rest. Dennoch sind die sieben Punkte Vorsprung auf de Ronde und Chardon ein beruhigendes Polster vor dem abschließenden Kegelfahren.

Team Germany verdrängt USA

Den deutschen Startern gelang unterdessen der erhoffte Sprung nach vorn in der Nationenwertung: Etwas überraschend lieferte zwar Gelände-Spezialist Michael Brauchle das Streichergebnis mit 132,76 Fehlern, der sechste Platz von Georg von Stein (129,92) und Platz acht durch Mareike Harm (131, 78) reichten für Team Germany, um die USA zu verdrängen und hinter Frankreich (Gesamtfehler 358,51) Platz drei (363,2) zu erobern.

Die Bewertung der jeweiligen Fahrt der deutschen Starter war auch eine Frage, zu welchem Zeitpunkt man in das mit Höchstschwierigkeiten gespickte Gelände musste. Denn zu Beginn des zweieinhalbstündigen Wettbewerbs regnete es, zwar nicht übermäßig, aber ausreichend, um die Strecke glitschig werden zu lassen, „Das war ein sehr schwerer Marathon mit langen Hindernissen, und auch die Strecke zieht sich ganz schön“, befand Christoph Sandmann, als zehnter Starter in den Wettbewerb gegangen und als 15. im Ziel angekommen. „Ich habe einen Ball abgeworfen und zwei, drei Tore nicht richtig getroffen.“

Noch früher hatte Georg von Stein den Kampf gegen die Sekunden aufgenommen und berichtete anschließend: „Wenn man gebremst hat, ist die Kutsche nachgerutscht.“ Und auch Michael Brauchle bestätigte die Einschätzung seines Teamkollegen: „Eins meiner Pferde hat zwar nicht gut mitgearbeitet, aber es war auch nicht so richtig schön für die Pferde, Im Hindernis sieben bin ich rechts und links aufgeschlagen.“

Bessere Bedingungen

Zufriedener zeigten sich da schon die deutschen Amazonen, die allerdings auch relativ spät auf der Starterliste standen und wie die zweite Hälfte des Starterfeldes auch bessere Bedingungen vorfanden. „Die Pferde waren super drauf, nur die Fahrerin hat einen Fehler gemacht“, freute sich Mareike Harm trotzdem, dass ihr Ergebnis für die Gesamtwertung zählte. „Und das, obwohl ich eine Extra-Volte gemacht habe.“

Dass der Parcours – ob mit oder ohne Regen – alle fünf Athleten vor und auf der Kutsche forderte, bestätigte auch Boyd Exell, dem als Führender vor dem dritten und letzten Teil der Kombinationsprüfung niemand nachsagen kann, nach Ausreden zu suchen, zumal er am heutigen Sonntag die allerbesten Chancen hat, den Gesamtsieg für Down Under einzufahren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Imposante Bilder der Gespannfahrer

(rom)
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