Hamburg: Die Fälle Werth, Ahlmann, Kutscher und Beerbaum

Hamburg: Die Fälle Werth, Ahlmann, Kutscher und Beerbaum

Dem deutschen Reitsport droht nach der positiven A-Probe bei Isabell Werths Pferd Whisper ein weiterer Dopingfall. Zuvor hatten schon die Fälle der Olympia-Starter Christian Ahlmann, Marco Kutscher und zuletzt Ludger Beerbaum die deutschen Reiter seit Olympia 2008 in Peking negativ in die Schlagzeilen gebracht.

Christian Ahlmann

Bei den olympischen Reiterwettbewerben in Hongkong wird Ahlmanns Pferd Cöster positiv auf die verbotene Substanz Capsaicin getestet. Der Internationale Verband FEI sperrt den Springreiter aus Marl wegen verbotener Medikation im Wettkampf für vier Monate. Der FN, die das Vergehen als Doping wertet und den Reiter für zwei Jahre für das Nationalteam ausschließt, genügt das nicht.

Sie reicht Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ein. Die CAS-Richter geben dem deutschen Verband Recht, Ahlmanns Strafe wird auf acht Monate bis zum 20. April dieses Jahres verlängert. Der Reiter selbst hatte argumentiert, das Mittel Equi-Block benutzt zu haben, um den Rücken des Pferdes Cöster einzureiben.

Marco Kutscher

Das Pferd Cornet Obolensky erhielt nach der ersten Runde des olympischen Teamwettbewerbes eine Injektion mit den Mitteln Arnika und Lactanase. Diese Medikation durch eine Pflegerin war nicht angemeldet. Die FEI will Kutscher nun suspendieren. Das FEI-Bureau stellt einen entsprechenden Antrag an das Sportgericht des Verbandes, nachdem eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet wurde. Die verbotene Medikation war bei keiner Probe nachgewiesen worden, sondern durch Medienberichte bekannt.

Ludger Beerbaum

Der viermalige Olympiasieger Beerbaum sagt über den Umgang mit Medikamenten bei seinen Pferden: „In der Vergangenheit hatte ich die Haltung: Erlaubt ist, was nicht gefunden wird.” Und: „Im Laufe der Jahre habe ich mich darin eingerichtet, auszuschöpfen, was geht.” FN-Chef Breido Graf zu Rantzau reagiert entsetzt und geschockt und kündigt eine Untersuchung an. Brisant: Die deutsche Springreiter-Mannschaft hatte nach den Olympischen Spielen 2004 in Athen die Goldmedaille verloren, weil bei Beerbaums Pferd Goldfever Spuren von Betamethason gefunden worden war, was zwar nicht als Doping, aber als verbotene Medikation eingestuft wurde.

Isabell Werth

Bei der fünfmaligen Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth aus Rheinberg liegt für das Pferd Whisper eine positive A-Probe vor. Bei Werths zehnjährigem Wallach wurde das Psychopharmaka Fluphenazin gefunden. Die Reiterin ist vorläufig suspendiert. „Ich bin erschüttert”, sagt FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau: „Das ist eine Katastrophe für den Pferdesport.” Ende Mai 2009 hatte die FN die Kader der drei olympischen Disziplinen aufgelöst und eine unabhängige Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit der Befragung der Reiter beauftragt.

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