Aachen: Der Mannenkoor schmettert „My Evaline”

Aachen: Der Mannenkoor schmettert „My Evaline”

Zuerst die gute Nachricht: Auch wenn der Himmel bewölkt sein sollte, können die CHIO-Besucher doch bis einschließlich Mittwoch ihren Schirm beruhigt zu Hause stecken lassen. Es soll trocken bleiben. So jedenfalls sah am Sonntag Wettermann Udo Terhorst (Aachener Wetterwarte) auf der „Nachrichten”-Bühne am Soerser Sonntag die meteorologische Lage in der ersten Hälfte der CHIO-Woche. Allerdings könnten am Donnerstag und Freitag Gewitter die Soers heimsuchen.

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Am Sonntag gab es einen ausgewogenen Mix aus Wolken und Sonne. So kamen die Interview-Gäste der „Nachrichten”-Moderatoren Martina Rippholz und Achim Kaiser trockenen Fußes und gut gelaunt zum ZVA-Mediencenter direkt neben dem Richterturm. Wer nun nach der guten schlechte Nachrichten erwartet, wird enttäuscht. Die Grundstimmung beim Top-Jahresevent ist angesichts der Highlights erwartungsfroh bis ausgelassen, die Öcher freuen sich eben auf „dat CHIO”. Ihr erster Bürger, OB Marcel Philipp, machte im Interviewreigen der „Nachrichten” standesgemäß den Anfang.

Philipp berichtete, wie eng er in das Protokollkorsett des ALRV „in diesen zehn Tagen” eingebunden ist. „In dieser Zeit hat das CHIO-Protokoll Vorrang vor meinem eigenen”, erklärte Phi­lipp. Das sei auch weiter nicht schlimm, weil das Turnier ein dermaßen großer Sympathie- und Werbeträger für die Stadt sei, dass er das gerne mache. Zum Thema Platzmangel in der Soers auch angesichts der Reiteuropameisterschaft in 2015, die dort stattfindet, machte Philipp durchaus Hoffnung. Aber: „Wir sind seit zweieinhalb Jahren im Gespräch, und wir wollen nichts mit der Brechstange entscheiden.”

Zum selben Thema blieb auch der Vorstandsvorsitzende des ALRV, Frank Kemperman, auf dem Teppich. Zu Recht wies der langjährige CHIO-Ausrichter darauf hin, dass das nur 22 Hektar umfassende Gelände „das kleinste für das weltgrößte Reitturnier” sei. Gerade im hochsensiblen Stallbereich habe der ALRV akuten Platzmangel, und man fürchte, für 2015 die strengen Vorschriften der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) nicht erfüllen zu können.

Auch ALRV-Präsident Carl Meulenbergh, der am Nachmittag zum Interview kam, ergänzte, dass die FEI beispielsweise einen größeren Abreiteplatz direkt an den Stallanlagen wünsche. „Wir werden in aller Ruhe mit den umliegenden Vereinen sprechen”, meinte Meulenbergh und versicherte im selben Atemzug, dass der CHIO auf keinen Fall „immer höher hinaus” wolle. Das Motto höher, größer und immer mehr sei nicht die Philosophie des ALRV.

Das Turnier erwartet in diesem Jahr 1050 Pferde mit 324 Startern aus 33 Nationen, das Preisgeld beläuft sich auf den Rekord von 1,83 Millionen Euro. Im Gegenteil versuche der ALRV, durch jährliche Investitionen die Infrastruktur zu verbessern, beispielsweise durch ein neues Abfallkonzept in diesem Jahr.

Von der Politik nun zum Musikgenuss, der durch einen preisgekrönten Kerkrader „Mannenkoor” auf die „Nachrichten”-Bühne kam und kräftig dem Swing-Trio „Die Drei” (siehe Leiste) Konkurrenz machte. Der limburgische Männerchor heißt „Chèvremonts Mannenkoor 1912” und wurde von seinem deutschen Schirmherrn Theo Kutsch dem Publikum vorgestellt. Die penibel in schwarz gekleideten „Sanges-Mannen” starteten mit dem Shanty „My Evaline”, intonierten das italienische Lied „Quattro cavai” und schmetterten das deutsche Trinklied „sauf, sauf, Hammerschmied!”. Der Chor wird im Übrigen von Frauenhand geführt, die Pianistin Véron Jongstra gibt den „Mannen” das Tempo vor.

Von der Musik wieder zu den Pferden. Nico Sperle, Leiter des Hochschulsportzentrums (HSZ), berichtete über ein Reitevent im August. Denn da wird in der Soers die „Studierenden-Reit-WM” stattfinden, Ausrichter ist das HSZ. Originell ist der Austragungsmodus. Den Sportlern stehen insgesamt 100 Pferde zur Verfügung, jeder hat vor dem Wettkampf fünf Minuten Zeit, sich auf das Tier einzustellen.

Dem CHIO-Publikum präsentierte sich weiter der designierte Öcher Karnevalsprinz Thomas II. mit seinem Gefolge. Städteregionsrat Helmut Etschenberg beschwor den Wert der Städteregion trotz einzelner Meinungsverschiedenheiten mit der Stadt Aachen. Wie sieht es aus in er Städteregion? „111 Orte, die man gesehen haben muss in Aachen und der Euregio” ist der Titel des Buches von Autor Alexander Barth, das er im Talk vorstellte.

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