Allianz-Preis: „Der Große Preis für Zweitpferde“

Allianz-Preis : „Der Große Preis für Zweitpferde“

Beim Allianz-Preis erwartet die Reiter ein technisch anspruchsvoller Kurs. Wasserhindernis könnte bei der Springprüfung mit Siegerrunde für einige Abwürfe sorgen. Insgesamt gibt es 32 Starter.

Sein Bauchgefühl sollte ­Christian Ahlmann nicht trügen. Der 44-Jährige ahnte bereits, dass der Allianz-Preis in diesem Jahr ohne ihn stattfinden würde, obwohl er noch eine Chance hatte, sich für die Springprüfung zu qualifizieren. Da Ahlmann es auf seiner Stute Ciao ­Conni beim gestrigen RWE-Preis von Nordrhein-Westfalen aber nicht schaffte, einen der ersten acht Plätze zu ergattern, kann der zweifache Titelträger den Wettkampf heute nur als interessierter Zuschauer verfolgen.

Das Reglement sieht nämlich vor, dass der Vorjahressieger nicht automatisch vorqualifiziert ist, sondern sich jeder der insgesamt 32 Reiter einen Startplatz über den Turkish Airlines-Preis von Europa, den Preis der StädteRegion, den STAWAG-Preis oder eben den RWE Preis von NRW erarbeiten muss.

Um zu verstehen, welchen Stellenwert der Allianz-Preis hat, muss man sich nur mit Olaf Herrmann unterhalten, der die Hindernisse auch heute wieder aufstellen wird. Der Parcoursbauer sagt: „Das Springen ist sozusagen der Große Preis für die Zweitpferde.“ Herrmann geht davon aus, dass viele der etablierten Reiter unter den Startern ihre Top-Pferde für den Rolex Grand Prix schonen werden. Was aber keineswegs bedeute, dass die Springprüfung mit anschließender Siegerrunde nicht hochklassig werde.

13 Hindernisse müssen die Teilnehmer bewältigen, 16 Sprünge stehen auf dem Plan. „Nach einem harmonischen Start erwartet die Reiter ein technisch anspruchsvoller Kurs“, sagt Herrmann. Der führt auch zweimal am Wasser vorbei, „was das eine oder andere Paar vielleicht ein wenig ablenken könnte“, vermutet Herrmann. Der Assistent von Parcourschef Frank ­Rothenberger prognostiziert, dass das große Hindernis mit einer Wassermatte kurz vor dem Ende (Nummer elf) für die meisten Abwürfe verantwortlich sein wird.

Die zehn besten Reiter, aber in jedem Fall alle strafpunktfreien Starter, qualifizieren sich schließlich für die Siegerrunde; die Fehlerpunkte aus dem ersten Umlauf werden vor der Entscheidungsrunde gelöscht. „Und da wird es dann noch ein bisschen rasanter zugehen“, ist Herrmann überzeugt. Strafpunkte für Zeitüberschreitung sind eher unwahrscheinlich, die engen ­Wendungen der Wagemutigen könnten schon eher den Traum vom Siegerscheck platzen lassen.

Und ­jeder Patzer könnte teuer werden: Der Allianz-Preis hat eine Gesamtdotierung von insgesamt 77.000 Euro.

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