Aachen: Das Pferd des Jahres steht im Stall

Aachen: Das Pferd des Jahres steht im Stall

Hinrich Romeike hat in Aachen viel vor. Natürlich will er sich die Wettbewerbe ansehen. Außerdem ist er beim Fernsehen als Kommentator geladen. Und er will seinen Cousin Stefan Hirsch treffen, der in Stolberg eine Arztpraxis betreibt. Im Mittelpunkt aber steht die Ehrung seines Ausnahmepferdes Marius. Der Schimmel hat es in den vergangenen Jahren geschafft, sich auch ins Bewusstsein vieler Nicht-Pferdesportbegeisterter einzuprägen.

Die Konstanz und Beständigkeit des stattlichen Schimmels verblüffen seinen Reiter nach wie vor. Über Ausnahmepferde hört man beim CHIO viel. Marius habe diesen Titel in der Tat verdient, ist Hinrich Romeike sicher. So sicher wie die Leser der Zeitschrift ReiterRevue, die Marius zum Pferd des Jahres wählten.

Am Freitag nimmt sein Reiter die Ehrung für ihn im großen Stadion entgegen. Marius wird nicht dabei sein. Er hat sich im April beim Training verletzt. Die Sehnenreizung erfordert Geduld, denn der Heilungsprozess ist langwierig. „Danach werde ich ihn behutsam wieder antrainieren, aber für diese Saison fallen wir definitiv aus”, erklärt der Olympiasieger von Hongkong.

Für das kommende Jahr hat er die Turniere in Luhmühlen und Aachen ins Auge gefasst. Die wichtigste Prüfung wird aber die Weltmeisterschaft in Kentucky sein.

Der CHIO ist zwar noch eine recht junge Bühne für die Vielseitigkeit, dafür aber „ein fantastisches Schaufenster für unseren Sport. Es ist das Turnier auf dem Globus, und die Kulisse im großen Stadion ist gigantisch.” Marius indes wird nicht traurig sein, in diesem Jahr im heimischen Stall zu bleiben; dort steht eine Leibspeise - Äpfel und Möhren - bereit.

Langeweile ist für Hinrich Romeike generell ein Fremdwort. Der Zahnarzt setzt ganz klare Prioritäten: „Das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber ich mache nur die Dinge, die mich interessieren. Es kann passieren, dass ein Brief bei mir drei Wochen lang ungeöffnet liegt, eine Anfrage mal nicht bearbeitet wird. Fernsehen zum Beispiel schaue ich überhaupt nicht.”

Was er dagegen vermisst, ist hin und wieder mal ein bisschen Zeit, um mit Familie und Freunden wegzugehen. „Beruf und Sport auf lange Sicht parallel zu betreiben, das kann man nur machen, wenn die Familie mitzieht, genau wie meine beiden Kollegen in der Praxis.”

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