Aachen: Christian Ahlmann will sich mit Tokyo für den Großen Preis qualifizieren

Aachen : Christian Ahlmann will sich mit Tokyo für den Großen Preis qualifizieren

Im letzten Jahr, da fehlten Christian Ahlmann und Taboulet Z gerade einmal eine halbe Sekunde, um beim NRW-Springen als Sieger vom Platz zu gehen. Der Amerikaner Kent Farrington, der mit Uceco diese Winzigkeit schneller war, ist am Freitag nicht am Start.

Als Top-Aspiranten auf den Sieg sieht sich der 43-Jährige aus Marl dennoch nicht zwangsläufig. Immerhin ist Taboulet Z (Ahlmann: „Eines der schnellsten Pferde überhaupt auf der Tour“) nach seinem Sieg in Leipzig im Januar in den Ruhestand verabschiedet worden. So wird Ahlmann mit Tokyo in den mit 125.000 Euro dotierten NRW-Preis gehen, der in zwei Umläufen die Qualifikanten für den Großen Preis aussieben wird.

„Ich habe schon eine Reihe sehr guter Pferde“, sagt Ahlmann. Allerdings mit einem Manko, das man mit bloßem Training nicht ausmerzen kann: „Alle sind mit der Erfahrung noch nicht so weit. Dieses Feeling hier in Aachen, das große Stadion, die schweren Umläufe. Das sind Eindrücke, die man einfach sammeln muss.“

Natürlich hat sich Parcoursbauer Frank Rothenberger auch für den NRW-Preis wieder einiges einfallen lassen, um den Erfahrungsschatz für die Reiter um einiges anwachsen zu lassen: Dazu gehört eine dreifache Kombination mit jeweils nur einem Galoppsprung zwischen den Hindernissen, eine Aufgabe, die nicht auf allzu vielen Turnieren dieser Welt zu sehen ist.

Dazu gehört aber auch das zweifache Wasser, ein Hindernis, das Pferd und Reiter viel Konzentration abfordert. „Ganz so heftig wie beim Turkish Airlines-Preis wird es aber nicht werden“, versichert Rothenberger. Dennoch wartet alles andere als ein Spaziergang auf die Starter, im vergangenen Jahr blieben gerade einmal sieben Paare von 53 gestarteten in beiden Umläufen fehlerfrei.

Und aus deutscher Sicht war der Wettbewerb dennoch durchgängig ein toller Erfolg, denn neben Ahlmann schafften es noch sechs weitere schwarz-rot-goldene Reiter in die Top Ten.

Für den Bronzemedaillen-Gewinner von Rio geht es beim NRW-Preis in diesem Jahr um einiges mehr als die Erweiterung des Erfahrungsschatzes seines Pferdes Tokyo. „Natürlich habe ich die Hoffnung, möglichst weit vorn dabei zu sein, um beim Großen Preis starten zu können“, sagt Ahlmann, der nicht zur deutschen Equipe gehört und sich noch für den Start beim Großen Preis qualifizieren muss. „Aber das ist für einen Einzelreiter keine ganz so leichte Aufgabe.“

(rom)
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