CHIO Aachen 2019: Michael Brauchle, Mareike Harm und Georg von Stein

Dauerduell mit den Niederlanden : Deutsches Gespannfahrer-Trio soll „auf alle Fälle wieder aufs Treppchen“

Die deutschen Gespannfahrer Michael Brauchle, Mareike Harm und Georg von Stein gehen in das Dauerduell mit den Niederlanden. Bundestrainer Karl-Heinz Geiger hat aber auch Belgien auf dem Schirm.

Inneres Kreuzband lädiert. Wadenbein angebrochen. Das Turnier in Valkenswaard Anfang Juni war schmerzhaft geendet nach einem Unfall. Zwei Wochen später saß Michael Brauchle wieder auf dem Bock, zwei Schienen am Bein, „jeder hatte gedacht, dass er gar nicht mitfahren kann“, auch Bundestrainer Karl-Heinz Geiger nicht.

Brauchle fuhr bei den Deutschen Meisterschaften in Riesenbeck, er wollte ja auch unbedingt wieder dabei sein beim CHIO in Aachen, dort, wo er 2015 ziemlich überraschend Europameister geworden war, und musste dafür ein Resultat liefern. Der 29-Jährige präsentierte das Maximum: Er holte den Titel der Vierspänner. Und damit, sagt Geiger, hatte erst recht „niemand gerechnet“.

Michael Brauchle führt das deutsche Trio an, das in der Soers „auf alle Fälle wieder aufs Treppchen kommen soll“, sagt Geiger. „Daran werden wir alles setzen.“ Zu schlagen gilt es vor allem die Niederlande, „die sind wie immer ganz stark. Und Belgien müssen wir im Auge behalten“, das andere Nachbarland habe deutlich zugelegt. Das sah man auch bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon, wo die Belgier hinter dem gastgebenden US-Team und den Niederländern Bronze gewonnen hatten. Edouard Simonet hatte zudem hinter Boyd Exell (Australien) und Chester Weber (USA) Einzel-Bronze geholt. Das deutsche Team mit Mareike Harm, Georg von Stein und Christoph Sandmann wurde Fünfter.

Dressur-Spezialistin

Brauchle ist der Marathon-Spezialist, das Geländefahren seine ausgesprochene Stärke. Mareike Harm, die 33-Jährige aus Schleswig-Holstein und Vierte der Deutschen Meisterschaften, wird als Dressur-Spezialistin zum Team gehören. Und Georg von Stein, in Riesenbeck als Titelverteidiger entthront und mit Silber nach Hessen heimgekehrt, bringt seine Erfahrung als Allrounder ein. Als Einzelfahrer nominiert wurden außerdem Christoph und Anna Sandmann, die das Top-Gespann ihres Vaters übernommen hat; erste Reserve ist Sebastian Heß.

„Wir freuen uns, jeder will nach Aachen“, sagt Karl-Heinz Geiger. In so einer Woche wie vor dem CHIO müsse man „ein bisschen runterfahren“, die Anspannung vor den Wettbewerben kommt früh genug. Neben Aachen steht noch ein weiterer Höhepunkt bevor: die Europameisterschaft Mitte August in Donaueschingen. Neun deutsche Vierspänner dürfen dort antreten. Neben den CHIO-Startern stehen Rene Poensgen aus Eschweiler, Andreas Wintgens aus Übach-Palenberg sowie Markus Stottmeister, Katharina Abel, Dirk Gerkens und Raphael Tobias auf der Longlist und hoffen auf ein EM-Ticket.

Bei der Deutschen Meisterschaft musste Michael Brauchle wegen seiner Verletzung den linken Fuß statt des rechten zum Bremsen benutzen. So ungewöhnlich war das allerdings nicht. „Das haben Boyd Exell oder Georg von Stein auch schon gemacht“, sagt Karl-Heinz Geiger. Gespannfahrer zählen zu der harten Sorte.

(sch)
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