CHIO Aachen 2019: Europameisterschaften der Voltigierer in Ermelo

EM der Voltigierer : Vom CHIO geht’s gleich weiter zur EM

Schon in drei Tagen beginnen die kontinentalen Titelkämpfe der Voltigierer im niederländischen Ermelo. Bundestrainerin Ursula Ramge wird am Sonntagabend nach dem Nationenpreis die deutschen Starter bekanntgeben.

Die Zeit ist knapp, denn nur drei Tage nach dem „Abpfiff“ des CHIO Aachen beginnen im niederländischen Ermelo schon die Europameisterschaften der Voltigierer. Ursula Ramge wird erst am Sonntag benennen. „Wir wollen uns beim CHIO noch einmal einen Eindruck verschaffen“, sagte die 56-jährige Bundestrainerin, die seit 2002 für die deutschen Voltigierer verantwortlich zeichnet. Und das höchst erfolgreich, denn Deutschland stellt mit Kristina Boe und dem Team Köln-Dünnwald die aktuellen Welt- und Europameister, mit Erik Oese den Europameister sowie mit Vize-Weltmeisterin Janika Derks und dem Pas des Deux Theresa-Sophie Bresch/Torben Jacobs die aktuellen Weltcup-Sieger.

Oese (31) hat seine Karriere mit dem EM-Sieg 2017 beendet, Boe (31) hat sich mit Platz vier im Weltcup in Saumur ebenfalls vom Sport verabschiedet. Bresch/Jacobs (beide 27), die den Weltcup zum zweiten Mal gewonnen hatten – Jacobs zudem ein drittes Mal 2017 an der Seite von Pia Engelberty – beendeten ihre langjährige Karriere nach Saumur ebenfalls.

In Aachen fehlt zudem Weltmeister Lambert Leclezio (Frankreich), da zeitgleich die nationalen Meisterschaften stattfinden. Besonders im Blickpunkt steht aber Juan Martin Clavijo. Der Kolumbianer, der seit Oktober 2018 in der Schweiz lebt und trainiert, ist ein Phänomen. Clavijo ist erst 19 Jahre jung, wurde aber schon 2017 Junioren-Weltmeister. Bei den Weltreiterspielen in Tryon im September 2018 wurde er Fünfter und überraschte die etablierte Konkurrenz mit dem Sieg im Weltcup-Finale in Saumur. Dabei turnte Clavijo auf For ever du Chalet, dem Pferd der Schweizerin Maria Mohar.

Seine Kür „Horses“ beschäftigt sich mit dem Thema Sklaverei, geturnt zu russischer Musik. „Er zeichnet sich für einen Mann durch eine außergewöhnliche Beweglichkeit aus“, ist auch Ramge beeindruckt. In Aachen tritt der Kolumbianer, der in Lier vor Jannik Heiland gewann, auf Don Dorador an. „Er ist der größte Konkurrent für unsere Turner“, sagte auch Ramge, die mit Jannis Drewell, Thomas Brüsewitz und Heiland den Zweiten, Dritten und Vierten der WM an den Start schickte.

„Die deutschen Männer, Frauen und Pas des Deux liegen auf einem hohen Niveau eng zusammen“, konnte und mochte die Bundestranerin im Vorfeld keine Prognose abgeben, welche Einzelstarter die je drei EM-Tickets abholen können. Die Neusserin Janika Derks, in Tryon hinter Boe Vize-Weltmeisterin, kletterte beim Weltcup in Saumur bei den Frauen erstmals in ihrer Karriere auf das höchste Podest. Sie siegte vor den Schweizerinnen Maria Mohar und Nadja Büttiker, die ebenfalls in Aachen am Start ist.

Im Kampf um das EM-Ticket kommt für sie die ärgste Konkurrenz aus dem eigenen Stall: Paulina Riedl, 26 Jahre alt und Maschinenbaustudentin an der RWTH Aachen, ist aktuell die Nummer eins in der Welt vor der Österreicherin Katharina Luschin und Hanna Steverding (Herxheim). Riedl ist ganz sicher in Ermelo vor Ort, denn zeitgleich findet dort die Junioren-WM statt. Und die 26-Jährige, die die CVI in Ermelo und Saumur gewann, ist zugleich die Longenführerin des Junior-Teams des RSV Neuss-Grimlinghausen, das den „Preis der Besten“ gewann und mit Smarti die deutschen Farben vertritt. Vor Riedl stand zuletzt als Deutsche an der Spitze der Weltrangliste Nadia Ehning (geborene Zülow): Die heute 41-Jährige war je dreifache Welt- und Europameisterin, ehe sie 2003 ihre Karriere beendete.

Mit WM-Bronze wurde Derks an der Seite von Johannes Kay in Tryon dekoriert. Im Kampf um die beiden EM-Tickets muss sich das Duo mit einem „neuen“ Paar auseinandersetzen: Diana Harwardt/Peter Künne, Junioren-Europameister 2018.

(rau)
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