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Mercedes-Benz Nationenpreis: Ahlmann will den Rückenwind mitnehmen

Mercedes-Benz Nationenpreis : Ahlmann will den Rückenwind mitnehmen

Weltklassereiter Christian Ahlmann startet am Donnerstagabend erstmals seit drei Jahren wieder für die deutsche Spring-Equipe. Auch Daniel Deußer ist beim Mercedes-Benz Nationenpreis dabei.

Dass der Sommer 2019 im Leben von Christian Ahlmann einen ganz besonderen Stellenwert einnehmen wird, liegt auf der Hand. Am 1. Juli kam seine Tochter auf die Welt, Ella ist nach Sohn Leon das zweite Kind für Ahlmann und seine Lebensgefährtin, die belgische Nationenpreis-Reiterin Judy-Ann Melchior. Dem privaten Highlight folgt heute ein sportliches, denn der Weltklasse-Springreiter wurde von Bundestrainer Otto Becker in das deutsche Team für den Mercedes-Benz-Nationenpreis berufen.

„Absolute Teamplayer“

Das war allerdings nur möglich, weil Ahlmann Ende Juni die sogenannte Athletenvereinbarung unterzeichnete, die jeder Kadersportler anerkennen muss. Da zuvor auch Daniel Deußer das Schriftstück der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) unterschrieben hatte, steht Becker ein starkes Quartett für die Mission „Titelverteidigung“ zur Verfügung; in den vergangenen drei Jahren hatte die deutsche Equipe das Hauptstadion stets als Sieger verlassen.

„Ich bin sehr froh, dass Christian und Daniel wieder an Bord sind. Sie waren in der Vergangenheit immer absolute Teamplayer, deshalb freue ich mich von der menschlichen Seite. Und da beide absolute Topreiter sind, ist es auch von der sportlichen Seite super“, sagt ­Becker. Den letzten gemeinsamen Erfolg feierten Ahlmann und Deußer bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, damals sicherte sich das deutsche Team Bronze. Heute Abend soll erneut gejubelt werden, an der Seite von Routinier Marcus Ehning und Weltmeisterin Simone Blum.

Ehning und Blum waren schon im Vorjahr dabei, als der deutschen Equipe der Titel-Hattrick beim CHIO gelang. „Das war ein unglaubliches Erlebnis“, erinnert sich ­Becker, der mit Laura Klaphake und Maurice Tebbel zwei vielversprechende Youngster nominiert hatte. Und der Mut des Bundestrainers wurde belohnt: Das stark verjüngte Team stürmte nach einer grandiosen Aufholjagd noch auf Platz eins.

Wenn heute Abend das Flutlicht in der Soers angeschaltet wird, ist wieder etwas mehr Erfahrung mit dabei; Ahlmann und Deußer zählen seit vielen Jahren zur Weltspitze. „Für mich fühlt es sich so an, als wären sie nie weg gewesen“, sagt Becker über die beiden Rückkehrer. Dieses Gefühl kann Ahlmann nicht ganz teilen, „es ist schon ein bisschen her, dass ich in einem Nationenpreis geritten bin“. Insgesamt drei Jahre dauerte die Auszeit. Jetzt ist die Vorfreude aber deutlich zu spüren, wenn der Weltranglisten-Zwölfte sagt: „Für mich ist der Nationenpreis hier ein absolutes Highlight, und ich hoffe, dass es gut für uns läuft.“ Die Familie ist mit nach Aachen gereist, „sie gibt mir die nötige Ruhe“, sagt Ahlmann. Der Ex-Europameister wird am Donnerstag auf seinem zehnjährigen Schimmelhengst Clintrexo starten, „er war in den vergangenen Monaten mein Pferd Nummer eins und ist in der Halle zuletzt sensationell gut gegangen.“ Das haben die Turniere in Hamburg und Estoril eindrucksvoll dokumentiert. „Er hat sich sehr gut angefühlt. Ich hoffe, dass wir den Rückenwind mitnehmen.“ Mit in die Wettkämpfe in Aachen, aber auch mit nach Rotterdam, wo im August die Europameisterschaften ausgetragen werden. Und das Fernziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

„Freude bereiten“

Das sind auch die Ziele, die sein Teamkollege Daniel Deußer vor Augen hat. Einen speziellen Wunsch hat der Weltranglisten-Vierte für den heutigen Abend: „Ich hoffe, dass ich dem Publikum so viel Freude bereiten kann wie ich empfinde.“ Und sollte dann, am Ende eines langen Reitabends, der vierte Titel in Folge für die deutsche Equipe stehen, könnte der Sommer 2019 für Christian Ahlmann noch ein bisschen spezieller werden.

(bj)