Aachenerin Jill de Ridder tritt beim CHIO mit neuer Choreographie an

Aachenerin Jill de Ridder tritt beim CHIO mit neuer Choreographie an

Es ist eine absolute Premiere: Jill de Ridder lacht: „Ja, meine Schwester Julia nennt das ,Mut zur Lücke‘.“ Samstagabend wird die 25-jährige Aachenerin in der Kür der CDI-Tour unter Flutlicht um den Lumileds-Preis erstmals ihre neue Choreographie reiten — und das selbst zum ersten Mal zur neuen Musik.

Zu Turnierbeginn war die Musik noch nicht ganz fertig. „Als am Mittwoch nach dem Grand Prix für die Kür meine Qualifikation für die Kür feststand, habe ich eine SMS nach Spanien geschickt. Und noch in der Nacht kam dann der endgültige Schnitt.“

„Sie ist sehr klassisch und passt perfekt zu Whitney. Ich habe sie mir jetzt schon ein paar Mal angehört, und der fertige Schnitt gefällt mir ganz gut“, freut sich de Ridder über die neue Musik, die mit einem Orchester eingespielt wurde. Gefertigt wurde sie in Spanien: „Beatriz Ferrer Salat hat diesen Mann entdeckt und reitet ebenfalls ihre Kür zu seiner Musik“, erläutert die 25-Jährige. Die Spanierin, unter anderem 2015 Dritte in der EM-Kür, wird von Jills Vater Ton de Ridder trainiert.

„Auch wenn ich jetzt nicht zur fertigen Musik trainiert habe, bin ich guter Dinge. Wir sind gut drauf, das wird schon klappen“, ist Jill de Ridder optimistisch und freut sich auf den Ritt am Samstagabend. „Jetzt habe ich erst Mal mein Ziel, die Kür, erreicht, jetzt werde ich den CHIO genießen.“

Genießen — das möchte das Damen-Quartett, fachmännisch ausgedrückt, die deutsche Dressurequipe, den CHIO auch. Das ginge am besten mit einem Sieg am Samstag im Nationenpreis. Doch die Titelverteidigung wird alles andere als ein Selbstläufer: Nach dem Grand Prix am Donnerstag, dem ersten Teil der Nationenpreis-Wertung, steht das starke Team der USA mit gut zwei Punkten Vorsprung an der Spitze.

Angeführt von der Weltcup-Zweiten Laura Graves, die den Grand Prix auf Verdades vor Cathrine Dufour (Dänemark) auf Cassiday und Helen Langehanenberg (Billerbeck) auf Damsey gewonnen hatte und auch am Samstag ab 9 Uhr im Spécial favorisiert ist.

Ob man die US-Reiter noch schlagen kann, wird auch davon abhängen, ob Emilio wieder piaffiert. Am Donnerstag hatte er sich in dieser Lektion mehrfach widersetzt und war völlig überraschend nur auf Rang 17 gelandet. „Ich muss erst mal eine Nacht drüber schlafen“, war selbst Werth ratlos, wie es zu dem Piaffen-Vorfall kommen konnte, zählt diese Lektion doch eigentlich zu den Stärken ihres elfjährigen Pferdes. Am Freitag im Training sah das wieder gut aus. Am Samstag, an ihrem 49. Geburtstag, wird sich Werth ganz sicher keine Blöße geben wollen und angreifen.

Mit ihr im Team reiten neben Lange­hanenberg noch Jessica von Bredow-Werndl auf Dalera und Dorothee Schneider auf Sammy Davis jr, die im Grand Prix Vierte bzw. Sechste geworden waren.

(rau)
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