Aachen: „Aachen ist eben wie ein echtes Championat”

Aachen: „Aachen ist eben wie ein echtes Championat”

Am Tag vor den ersten Vielseitigkeitsprüfungen nimmt sich Bundestrainer Hans Melzer noch die wenigen Minuten, um sich den schwarzen Hengst Totilas im Dressurviereck anzusehen. Den Geländeparcours, den seine Schützlinge am Samstag zu bewältigen haben, hat er zuvor schon in Augenschein genommen.

„Rüdiger hat dafür einfach ein Händchen”, erklärt er begeistert und zieht den Hut - eigentlich eher die Kappe - vor Parcoursbauer Schwarz. „Der Kurs sieht anfangs etwas freundlicher aus als vergangenes Jahr, aber das zweite Wasser und die Kombination vor dem Stadion sind noch mal besondere Klippen. Man muss schon Kampflinie reiten, um da die Zeit zu halten.”

Personell kann Melzer wieder auf ein buntes Sortiment an Akteuren zurückgreifen. Kurzfristig rückte Ingrid Klimke nach, weil sich Dirk Schrade einen Bruch an der Hand zuzog. Klimke war selbst verletzt, hatte vor 14 Tagen noch Schmerzen beim Ritt durchs Gelände. Aber ihr Timing ist gut, der Körper spielt wieder mit. „Wer Ingrid kennt, weiß, dass sie nichts unüberlegt tut”, bekräftigt Melzer.

Zur deutschen Mannschaft zählen Michael Jung mit Leopin, An-dreas Dibowski mit Fantasia, An-dreas Ostholt mit Franko Jeas und Kai Rüder mit Le Prince des Bois. Außerdem starten Julia Mestern auf Schorsch, Marina Köhncke auf Calma Schelly, Simone Deitermann auf Free Easy, Klimke auf Abraxxas und als Doppelstarter Jung auf Sam und Dibowski auf Avedon.

„Wir haben zehn Startplätze, also ein doppeltes Kontingent bekommen. Darüber bin ich sehr froh, denn Aachen ist eben wie ein echtes Championat: Diese Atmosphäre in den Stadien ist ein toller Test für die Pferde.” Bei der Auswahl an Sportlern erklärt Melzer zudem schmunzelnd: „Wenn wir gedurft hätten, wären wir noch mit einem zweiten Team an den Start gegangen, einem Damenteam.”

Besonderes Augenmerk wird der Bundestrainer auf Ingrid Klimke richten. Natürlich stehen auch die Pferde von Michael Jung unter genauer Beobachtung. Wenn Mesterns Schorsch und Dibowskis Fantasia ihre Sache gut machen, werden sie vor der Europameisterschaft in Luhmühlen im August nicht mehr an den Start müssen.

Der Team-Erfolg bei einer Europameisterschaft ist das, was Hans Melzer in der Kollektion der deutschen Erfolge noch fehlt. „Das ist jetzt einfach fällig. Das ist ein Heimspiel für uns. Da müssen wir es machen.”

Mehr von Aachener Nachrichten