Bundestrainer der deutschen Springreiter: Bundestrainer Otto Becker wird heute 60 Jahre alt

Bundestrainer der deutschen Springreiter: Bundestrainer Otto Becker wird heute 60 Jahre alt

Ein Anruf 1989 gab seinem Leben eine nicht geplante Wende. Paul Schockemöhle war am Apparat und bat um Hilfe. „Nach dem Weggang von Ludger Beerbaum stand er ohne Bereiter da, fragte, ob ich drei Monate aushelfen könne“, erläutert Otto Becker und lacht.

„Ich bin geblieben und habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Paul Schockemöhle sei dank, denn der gelernte Winzer aus Großostheim wurde einer der erfolgreichsten deutschen Springreiter. Am 3. Dezember 2018 wird der jetzige Bundestrainer der deutschen Springreiter 60 Jahre alt.

Ende 2008 – Becker wurde gerade 50 Jahre alt – beendete er für viele überraschend seine sportliche Karriere. „Und ich wollte nie Bundestrainer werden“, sagt Becker lachend. Doch das Angebot kam zum richtigen Zeitpunkt: „Sportlich hatte ich keine Rechnung mehr offen. Zudem ermöglichte mir das Amt, im Spitzensport zu bleiben, zu machen, was mir am Herzen liegt.“

Sportlich fast alles erreicht

Sportlich hatte der zweifache Deutsche Meister bis auf einen internationalen Einzeltitel alles erreicht: 2000 gewann er bei den Spielen in Sydney Team-Gold, 2004 musste er nach Athen Gold gegen Bronze eintauschen, nachdem Beerbaum disqualifiziert worden war. „Ein bitterer Moment meiner Karriere“, so Becker, der WM-Silber, EM-Gold und -Bronze gewann. 2000 siegte er auf Cento im „Großen Preis von Aachen“, neben Olympia-Gold und dem Weltcup-Sieg in Leipzig 2004 einer der Höhepunkte seiner Karriere

„Die ersten eineinhalb Jahre waren hart“, blickt Becker auf den Start ins Traineramt 2009 zurück. Bei Olympia in Hongkong ein Jahr zuvor war es sportlich nicht gut gelaufen, zudem war Christian Ahlmann nach einer unerlaubten Medikamentation gesperrt worden. 2010 führte Becker die deutschen Springreiter mit Team-Gold bei den Weltreiterspielen in Kentucky aus dem Tief heraus, ein Jahr später folgte EM-Gold.

Nach Olympia-Bronze in Rio holte das deutsche Team zuletzt WM-Bronze in Tryon, und Simone Blum wurde Weltmeisterin. „Wir haben die Mannschaft neu aufgebaut. Es war kein Umbruch, da wir immer wieder junge Leute mit guten Pferden eingebaut haben“, so Becker. „Aber wir brauchen die Alten weiterhin, ebenso wie Ahlmann und Daniel Deußer. Da sind wir in Gesprächen.“ Bis Ende 2020, nach den Olympischen Spielen in Tokio, läuft sein Vertrag – vorerst...

Seinen Geburtstag will Becker ruhig im Familienkreis feiern. Becker lacht: „Nur das Telefon wird sicher keine Ruhe geben.“

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