Borussia Mönchengladbach setzt vor Duell mit Hertha BSC auf Stabilität

Gelassen und ohne Illusionen : Hecking betont vor dem Duell mit Berlin die Stabilität

Im Hinspiel bei Hertha BSC kassierte Borussia Mönchengladbach die erste Saisonniederlage. Seitdem hat sich viel verändert.

Man sieht sich immer zwei Mal – nicht unbedingt im Leben, aber gewiss in jeder Bundesliga-Saison. Und häufig ist es erstaunlich zu beobachten, wie sich die Vorzeichen für ein Rückrundenspiel im Vergleich zur Vorrunde geändert haben.

Als Borussia Mönchengladbach im September des vergangenen Jahres mit 2:4 bei Hertha BSC verloren hatte, fühlte sich mancher an die Probleme in der Vorsaison erinnert: Zu viele Fehler in der Defensive sorgten für die erste Niederlage in der noch jungen Saison und ließen die Optimisten zweifeln, die an eine neu gewonnene Stabilität geglaubt hatten. Trainer Dieter Hecking sprach damals von „inkonsequentem Defensivverhalten“.

Knapp fünf Monate später steht für die Gladbacher am heutigen Samstag (15.30 Uhr) nun das Rückspiel an. Und die Befürchtungen von damals spielen zurzeit rund um den Borussia-Park keine Rolle mehr. Saisonübergreifend zwölf Heimsiege in Folge und drei Ligaspiele ohne Gegentor im neuen Jahr sorgen dafür, dass Hecking fokussiert, aber auch gelassen auf die Partie gegen den Hauptstadtklub blickt. Der 54-jährige Fußballlehrer betonte ausdrücklich die Grundlagen, die in seinen Augen für die Stabilität der Borussia sorgen. Und die möglichst auch gegen die Berliner zum Tragen kommen sollen: Diszipliniert gegen den Ball, und in der Rückwärtsbewegung konzentriert arbeiten. Wichtig sei es, den „zielstrebigen und effektiven“ Gegner zu „beschäftigen und viel laufen zu lassen“, damit er die 120 Minuten im Pokalfight unter der Woche gegen den FC Bayern München im Laufe des Spiels zu spüren bekomme.

Dass Gladbachs Serientäter bei einem weiteren Heimerfolg Klubgeschichte schreiben würden, lässt den unaufgeregten Westfalen Hecking genauso kalt wie Max Eberl. Für den Borussen-Coach spielt es schlicht „keine Rolle“, sein Sportdirektor ergänzte: Der 13. Heimsieg in Folge wäre nur Beiwerk, 42 Punkte zum jetzigen Zeitpunkt seien zwar „herausragend“, würden aber nichts an dem in dieser Saison so erfolgreich praktizierten Mantra ändern, fokussiert und konzentriert das nächste Spiel anzugehen. Die Worte „Champions League“ oder „Dortmund-Jäger“ kommen den beiden Verantwortlichen deshalb auch (noch) nicht über die Lippen. Mehr als die weit gefasste Formulierung „große Ziele im Mai“ ist Hecking und Eberl (noch) nicht zu entlocken.

Raffael braucht Zeit

Einer, der zurzeit nicht dabei helfen kann, diese Ziele zu verwirklichen, ist Offensivspieler Raffael. Nach seinem Schlüsselbeinbruch befindet sich der Brasilianer, dem Eberl eine Vertragsverlängerung in Aussicht stellte, zwar wieder im Lauftraining; sein Trainer mahnte jedoch zur Geduld, damit der 33-Jährige „im Saisonendspurt, wenn es möglicherweise darum geht, etwas Großes zu erreichen, noch einmal helfen wird“.

Auch hier gilt für Hecking: Gelassenheit ist Trumpf, gerade wenn man über Offensivkräfte wie Thorgan Hazard und Alassane Pléa verfügt, die bereits im Hinspiel in Berlin trafen. Und sicherlich auch an diesem Samstag nichts dagegen hätten, ihr Trefferkonto auszubauen. Wenn auch mit einem anderen Ausgang als im September. Damit auch sie nach Abpfiff zufrieden verkünden können, dass man sich immer zwei Mal in einer Saison trifft.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Lang, Ginter, Elvedi, Wendt - Hofmann, Strobl, Neuhaus - Hazard, Stindl, Pléa

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