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Aachen: Ben Broeders: Letztes Jahr fast zu spät, jetzt ein echter Frühstarter

Aachen : Ben Broeders: Letztes Jahr fast zu spät, jetzt ein echter Frühstarter

Ben Broeders hatte beim Qualifikationswettkampf für das Aachener Domspringen im vergangenen Jahr noch gar keine Höhe übersprungen, da hatte er die größte Aufgabe des Tages schon gemeistert. Broeders, 21, hatte eine wichtige Klausur an der Universität geschrieben, und danach war er auch noch rechtzeitig zum Wettkampf im Waldstadion angekommen.

Es war ein bisschen eng geworden, nicht bei der Klausur, sondern mit der Zeit, Broeders kam auf den letzten Drücker, nur ein paar Minuten vor dem Wettkampf. „Aber zu spät war ich nicht“, sagt Broeders und lacht.

Der Rest ist schnell erzählt: Der Stabhochspringer aus dem belgischen Leuven gewann mit übersprungenen 5,20 Meter, er erhielt eine Wildcard für das Hauptspringen auf dem Katschhof, wo er mit 5,30 Metern Achter wurde. Die Initialzündung für Broeders Karriere.

Er hat dieses Jahr keine Klausur am Tag des Qualifikationswettbewerbs im Aachener Waldstadion geschrieben, aber es wäre auch egal gewesen, wenn er eine hätte schreiben müssen. Für das 12. Net­Aachen-Domspringen, das am Mittwoch auf dem Katschhof stattfindet, musste sich Broeders nicht qualifizieren, er wurde von den Organisatoren direkt eingeladen. „Es ist natürlich schön, bei diesen großen Wettbewerben starten zu können, ohne sich dafür qualifizieren zu müssen“, sagt er: „Die Verantwortlichen haben wohl das Vertrauen in mich, dass ich schon hoch genug springen werde.“

Und diese Hoffnung ist ja auch nicht ganz unbegründet. Es läuft gut für Broeders, seit dem Domspringen 2015 geht es eigentlich nur noch bergauf. Er selbst sagt: „Ich hatte ein gutes Jahr.“ Der junge Belgier hat seine Bestleistung auf 5,61 Meter geschraubt, er landete bei den Europameisterschaften in Amsterdam überraschend auf dem vierten Platz, er durfte Anfang des Monats beim Istaf in Berlin springen, wo er Sechster wurde. Und Broeders ist ja erst 21 Jahre alt.

Für das Domspringen hat er sich vor allem eines vorgenommen, der Stabhochspringer sagt: „Ich will Spaß haben.“ Er möge diese Wettkämpfe in der Stadt, das sei für einen Sportler etwas ganz besonderes. „Wir haben auch in Leuven ein Meeting in der Stadt, das ist auch ganz nett, eine schöne Atmosphäre“, sagt er, „aber Aachen ist so viel größer, so viel lauter, einfach noch mal eine ganz andere Hausnummer.“ Und dass er dazu beim Abschied eines großen Stabhochspringers wie Björn Otto dabei sein dürfe, würde das ganze in diesem Jahr noch abrunden.

„...noch ein bisschen höher“

Was natürlich nicht heißt, dass Broeders nur die Stimmung aufsaugen, das Ambiente genießen und Otto Tschüss sagen will; er hat durchaus vor, zum Saisonabschluss noch einmal in die Nähe seiner Bestleistung zu springen. Er sagt: „Die Atmosphäre wird auf jeden Fall gut sein, und wenn die Bedingungen es auch sind, dann kann ich vielleicht sogar noch ein bisschen höher springen.“

(luk)