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Aachen: Beim Domspringen gibt es neben Lisek auch andere Gewinner

Aachen : Beim Domspringen gibt es neben Lisek auch andere Gewinner

Dass das NetAachen-­Domspringen nach dem Wettkampf in die Verlängerung geht, ist mittlerweile so etwas wie eine Tradition geworden, und so ist es auch am Mittwochabend wieder gekommen. Die Stabhochspringer zogen mit den Organisatoren und Helfern um die Häuser, gemeinsam essen, gemeinsam trinken.

Und gemeinsam feiern, natürlich; es gab schließlich eine ganze Menge zu feiern nach der 14. Auflage des Domspringens.

Da war zum einen der Sieg von Piotr Lisek, der Pole hatte sich zum ersten Mal in die Siegerliste auf dem Aachener Katschhof eingetragen — und war auch nach dem ersten Jubel durchaus überwältigt von seinem Erfolg: „Das Publikum, der Platz — das ist einzigartig“, sagte er. „Das Domspringen ist einfach ein super Wettkampf.“ Einen super Wettkampf hatte auch Lisek selbst abgeliefert. Er gewann mit übersprungenen 5,90 Metern, es war die zweitbeste Sieghöhe beim Domspringen.

Nur Björn Otto, der 2012 mit 6,01 Metern Meetingrekord gesprungen ist, kam höher hinaus; Malte Mohr sprang 2010 ebenfalls 5,90 Meter. Dass sich Vize-Weltmeister Lisek im Finale des Wettkampfs auf höchstem Niveau mit Weltmeister und Vorjahressieger Sam Kendricks duellierte, machte das Springen für die 5000 Zuschauer zu einem ganz besonderen. „Diese Dramaturgie ist natürlich kaum zu überbieten“, sagte Michael Leers von Ausrichter Alemannia Aachen. „Am Ende hatte Piotr einfach mehr Biss — er ist der verdiente Sieger und Sam ein grandioser Zweiter.“

Auch der „starke Vierte“ hatte etwas zu feiern: Tobias Scherbarth beendete seine lange Karriere in Aachen. Mit 5,40 Metern verpasste er zwar das Podest, war aber dennoch bester Deutscher und ziemlich zufrieden. „Das Publikum hat es mir leicht gemacht“, sagte der Leverkusener — für den auch nach dem Wettkampf noch Arbeit anstand: Seine Familie war gekommen, viele Freunde, zahlreiche Weggefährten, und Scherbarth musste umarmen, Hände schütteln, in Erinnerungen schwelgen. Er sagte: „Es ist ein komisches Gefühl, dass es das jetzt war.“

Feiern durften auch die Organisatoren nach einem abermals sportlich hochwertigen Wettkampf. Und so soll die 14. Auflage des Domspringens nicht die letzte gewesen sein — zumindest wenn es nach Organisator Leers geht. „Am Mittwoch haben wir schließlich bewiesen, dass wir sogar das Wetter beeinflussen können“, sagte er und lachte. Entgegen aller Prognosen war es weitgehend trocken geblieben. Einen Wunsch für das mögliche 15. Springen hat er aber doch: „Ich würde dann gerne wieder einen Deutschen auf dem Treppchen sehen.“