Aachen: Bei den „Ladies“ ist Stehvermögen auf der Zielgeraden gefragt

Aachen: Bei den „Ladies“ ist Stehvermögen auf der Zielgeraden gefragt

„Ich werde das auf jeden Fall ausprobieren. Auf diesen Moment habe ich lange hingearbeitet“, erklärt Laura Weihenmaier ebenso bestimmt wie stolz. Die Volleyball-Nationalmannschaft hat bei den „Ladies in Black“ Aachen angefragt, ob die 22-Jährige des Volleyball-Bundesligisten prinzipiell für die lange Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im September in Italien zur Verfügung stehe.

„Letztes Jahr hatte ich schon eine gute Saison“, schätzt die Außenangreiferin ein, „aber man macht auch viel leichter auf sich aufmerksam, wenn man mit der Mannschaft oben mitspielt.“

Dass die „Ladies“ oben mitspielen, steht außer Frage. Wie weit oben, wird sich in den letzten beiden Spielen der Hauptrunde zeigen. Erste Aufgabe: am Sonntag (14.30 Uhr) beim USC Münster. Zweite Aufgabe: bereits am kommenden Mittwoch gegen den SC Potsdam. „Ich hoffe, dass wir aus den Partien sechs Punkte einfahren und am Schluss auf Rang 3 landen“, geht Laura Weihenmaier die letzten beiden Pflichtaufgaben der Saison vor den Play-offs unbekümmert an.

Vorsichtiger zeigt sich da schon ihr Trainer Marek Rojko — und bezieht den desaströsen Auftritt in Suhl in die Vorbereitung auf Münster ein. „Zweimal in der Saison kann man sich solch ein Spiel leisten“, hofft Rojko auf eine ebenso überzeugende Reaktion der Mannschaft wie nach der 0:3-Hinspielniederlage gegen das Team aus Thüringen. Dass das junge Münsteraner Team in den letzten Wochen zu einer festen Startformation gefunden hat, wertet der 36-Jährige sogar als Vorteil für seine eigene Mannschaft. „Münster spielt immer dasselbe System in der Defensive und in der Annahme“, hat Rojko mit seinem Stab analysiert, dass es Konstanten im Spiel der Westfälinnen gibt, auf die man sich vorbereiten kann. „Münster probiert zwar auch einiges aus, manches klappt, manches klappt nicht. Aber wir haben die Flexibilität, auf neue Herausforderungen zu reagieren.“

Eine dieser Konstanten dürfte das Angriffsspiel über die Mittelblockerin Ashley Benson sein, die von den „Ladies“ im Hinspiel fast komplett aus der Partie genommen, der USC damit seiner schärfsten Waffe beraubt war. „Münster hatte noch im Januar große Chancen, sich für die Play-offs zu qualifizieren, hat aber wichtige Punkte liegen lassen.“ Psychologisch sind für die „Ladies“ zwei Abschlusssiege in der Hauptrunde wichtig, auch wenn schon weniger als sechs Punkte für einen Top-4-Platz reichen könnten. Helfen dürfte dabei sicher eine hochmotivierte Laura Weihenmaier — nach der Anfrage der Nationalmannschaft.