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Düren: „Bad guy” aus Düren: Sven Anton

Düren : „Bad guy” aus Düren: Sven Anton

Wenn er seine aktive Laufbahn beendet, will er als Trainer dem Volleyball weiter verbunden bleiben. Die ersten Schritte unternimmt Sven Anton, seit vier Jahren in Düren, als spielender Co- Trainer beim Bundesligisten Evivo.

Der empfängt am Samstag in der Sporthalle des Burgau-Gymnasiums um 19.30 Uhr den Deutschen Abonnementsmeister VfB Friedrichshafen.

Dürens Niederlage ist doch schon programmiert...

Anton: Warum? Mendig hat letzte Saison auch überraschend gegen den VfB gewonnen. Wir haben morgen eine kleine Chance, wenn alle Spieler gesund sind und alles hundertprozentig klappt.

Wo liegen die Stärken, die Schwächen der Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu?

Anton: Die Sprungaufschläge sind bärenstark. Da werden speziell unser Libero Till Lieber und Marcel Bebine in der Annahme sehr gefordert werden. Außerdem verfügt der VfB über ausgeglichene Angreifer, die vornehmlich über die Außenpositionen attackieren. Und wenn die Annahme bei den Häflern stimmt, ziehen sie das schnellste Angriffsspiel der Liga auf. Und Schwächen? Ich hoffe, dass sie uns unterschätzen. Ein großer Vorteil dürfte auch unsere niedrige Halle sein.

Düren misst in den nächsten Wochen mit den stärksten Teams der Klasse die Kräfte: dem VfB, Unterhaching und dem SCC Berlin. Wohin führt der Weg?

Anton: Eine dieser drei Begegnungen wollen wir gewinnen. Und auch Bayer Wuppertal schlagen. Dann sehen wir weiter. Bis dahin gelten die Plätze 5 bis 7 als unser Saisonziel. Und: Wenn wir noch dreimal siegen, haben wir den direkten Abstieg vermieden.

In der letzten Saison waren Sie „nur” als Spieler auf dem Feld, jetzt tragen Sie auch als Co-Trainer Verantwortung. Hat sich dadurch das Verhältnis zu Ihren Mitspielern geändert?

Anton: Nein, das Verhältnis ist dasselbe. Es gibt nur einen Unterschied...

Und der wäre?

Anton (lacht): Ich motze jetzt nicht mehr über das Training. Ich muss ja mit gutem Beispiel vorangehen.

Wie sieht denn die Aufgabenverteilung zwischen Ihnen und Trainer Bernd Werscheck aus?

Anton: Ich leite beispielsweise das Vormittagstraining und arbeite an Hand der Videoaufzeichnungen unserer Spiele und der Partien unserer Gegner die Taktik für das nächste Spiel aus.

Sie sind derjenige, der die deutlichen Worte spricht...

Anton: Bernd verpackt seine Kritik in freundliche Sätze. Ich bin Berliner und spreche die Dinge, die mir als Co-Trainer nicht passen, direkt und deutlich an. Bernd ist der „good guy”, ich der „bad guy”.