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Aachen: Ashlee Bond erklimmt die nächste Sprosse auf der Karriereleiter

Aachen : Ashlee Bond erklimmt die nächste Sprosse auf der Karriereleiter

Ashlee Bond war nicht mehr zu halten. Als die Zeit des Franzosen Timothée Anciaume mit Jarnac auf der Videowand aufleuchtete und die US-Amazone als Siegerin im Preis von Europa feststand, stürmte sie mit einem Freudenschrei in die Journalistentraube, die auf sie wartete.

„Dieser Sieg in Aachen ist für mich die nächste Stufe auf meiner Karriereleiter”, sagte sie und fühlte sich dabei so, als surfe sie auf einer Erfolgswelle. „Dass ich hier mit Leuten wie Ludger Beerbaum oder Marcus Ehning reite, ist unglaublich. Die waren meine Idole.”

Die 24-Jährige aus Los Angeles war mit dem zwölfjährigen Wallach Cadett als erste von 14 Startern ins Stechen gegangen. Und der fehlerfreie Ritt in der Zeit von 45,93 Sekunden war nicht mehr zu überbieten.

Die junge Dame aus der Stadt der Engel hatte die acht Sprünge, die ihr auf den 370 Metern dieser Entscheidungsrunde im Weg gestanden hatten, mit einer Leichtigkeit überflogen, die atemberaubend waren. Im Stil einer Meredith Michaels-Beerbaum, die ihre Pferde beim Hauptspringen im Stall ließ.

„Sie ist immer schnell”, fand Weltmeister Jos Lansink gar nichts Besonderes an der Bond-Vorstellung. „Sie macht wenig falsch.” Der Belgier war mit Spender hinter der Französin Pénélope Leprevost mit Mylord Carthago Dritter geworden. Den Frauen, die ihn geschlagen hatten, attestierte Lansink: „Sie sind soweit, dass sie vorne mitmischen können.”

Die Gastgeber waren mit vier Paaren im Stechen vertreten. Carsten-Otto Nagel (Lex Lugar), Marcus Ehning (Küchengirl) und Ludger Beerbaum (Gotha) belegten die Plätze sieben bis neun, Marco Kutscher (Oblonsky) wurde Elfter. Keiner leistete sich einen Abwurf. Gut ging die Geschichte vor 37.000 Zuschauern nur für Philipp Weishaupt nicht aus. Sein Pferd Leoville rutschte vor dem Wassergraben weg. Der Preis von Europa war für den Deutschen Meister gelaufen.

Das alles wollen die Gastgeber am Donnerstag im Nationenpreis besser machen. „Die USA sind Favorit”, sagte Bundestrainer Otto Becker. Doch der 50-Jährige schickte eine Grußadresse an das Team von Equipechef George Morris.

„Wir werden versuchen, unseren Erfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen”, legte Becker die Messlatte sehr hoch. „Der Nationenpreis ist unser Höhepunkt bei diesem Turnier. Gut, es gibt in Aachen immer einen speziellen Druck für unsere Reiter. Ich hoffe, sie halten dem stand.”

Die Ausgangssituation ist günstig. Die Deutschen starten als Letzte in diese Prüfung. „Mit dieser Auslosung bin ich ziemlich zufrieden”, grinste Becker. Als ersten Reiter wird der Bundestrainer Ehning auf den Platz schicken, Weishaupt und Nagel folgen. Letzte Starterin für Schwarz-Rot-Gold wird Michaels-Beerbaum sein. Und die soll´s dann richten.

Mit der Form seiner Paare ist Becker zufrieden. „An den ersten beiden Tagen sind wir nicht auf Sieg geritten”, sagte Becker. „Wir wollten nichts riskieren. Aber am Donnerstag gilts.”