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Valkenburg: Amstel Gold Race: Schumacher siegt am Cauberg

Valkenburg : Amstel Gold Race: Schumacher siegt am Cauberg

Gerolsteiner sprudelte als wäre der Cauberg ein Eifelbrunnen. Das deutsche Team mit Stefan Schumacher aus Nürtingen und dem Italiener Davide Rebellin feierte beim 42. Amstel Gold Race nach 6:11:49 Stunden einen triumphalen Doppelerfolg.

Der 25-jährige Württemberger siegte nach einem Solo auf den letzten zwei Kilometern durch Valkenburg mit dem 800 Meter langen Zielanstieg am Cauberg. Aus einer hochkarätigen Spitzengruppe von sieben Fahrern hatte Schumacher in Valkenburg attackiert und sich abgesetzt. „Wir haben unsere Überzahl genutzt und ich hatte die Kraft, das Ding durchzuziehen.” Trotz Schaltproblemen beim Anstieg. Als Schumacher einen kleineren Gang einlegen wollte, klemmte es. „Das war ein kurzer Schock”, erzählte der „Zweirad-Schumi”. „Doch dann ging die Kette wieder hoch. Ich habe den Kopf ausgeschaltet und bin mit dem großen Blatt hochgefahren.”

21 Sekunden betrug sein Vorsprung vor seinem Kapitän Rebellin, Sieger 2004, nach einem spannenden Rennen an einem sonnigen Tag (25 Grad). Dritter wurde nach 252,2 Kilometern der Italiener Danilo di Luca. Den deutschen Triumph in den Niederlanden rundete Matthias Kessler (Astana) mit dem vierten Rang ab. Schumacher ist nach Olaf Ludwig (1992) und Erik Zabel (2000) der dritte Deutsche, der diesen jüngeren Klassiker gewann. Ein verdienter Sieger.

„Die entscheidende Gruppe wird sich am Eyserbosweg bilden”, hatte er morgens auf dem malerischen Marktplatz in Maastricht angekündigt. Und dann war es Schumacher selbst, der an der drittletzten Steigung zwanzig Kilometer vor dem Ziel die Initiative ergriff und die Spitzengruppe der hochkarätigen Sieben „machte”.

Neben den vier Erstplatzierten waren die große niederländische Hoffnung Michael Boogard (5.), der spanische Favorit Antonio Valverde (6.) und Weltmeister Paolo Bettini (7.) dabei. Gerolsteiner hatte Schumacher bei der Mannschaftsbesprechung nicht als Nummer 1 auf dem Plan. „Davide hatte gute Form im Baskenland”, sagte der Sportliche Leiter Christian Henn. Schumacher aber war dort schwer gestürzt und stand sichtbar angeschlagen am Start. Das linke Knie war noch verbunden. Die Wunde war mit zwölf Stichen genäht worden.

„Die große Schwellung ist raus, aber die Verletzung behindert mich noch”, hatte Schumacher erzählt. Vier Tage lang hatte er in der Woche zwischen Baskenland und Holland nicht trainieren können. „Aber wahrscheinlich hat mir gerade diese Pause gute getan”, meinte Schumacher, der im vergangenen Jahr mit Siegen bei Polen- und Sarthe-Rundfahrt sowie als vorübergehender Träger des Rosa Trikots beim Giro d´Italia in die Weltklasse gefahren war. In Valkenburg feierte er jedoch seinen bisher größten Triumph: „Ich kann´s nicht glauben. Ich bin wahnsinnig glücklich. Was soll ich sonst sagen?”