Düsseldorf: Amateurfußballer demonstrieren beim DFB-Bundestag

Düsseldorf: Amateurfußballer demonstrieren beim DFB-Bundestag

Der Unmut der Amateurfußballer hält an und erreicht auch den DFB-Bundestag. Im seit Monaten schwelenden Konflikt mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) um die geplante Änderung der Anstoßzeiten im Profifußball lassen die Protestler nicht locker.

Die Initiatoren um Reiner Grundmann vom Gelsenkirchener Kreisligisten SC Schaffrath rufen anlässlich des Außerordentlichen DFB-Bundestages an diesem Freitag in Düsseldorf zu einer Kundgebung im Congress Center Düsseldorf (12 Uhr) auf.

Am Freitag soll dort der neue Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL für weitere drei Spielzeiten abgesegnet werden. Protestgruppen aus ganz Deutschland haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen Sonntagsspiele vor 17.30 Uhr zu demonstrieren.

Der neue Grundlagenvertrag sieht von der kommenden Saison 2009/2010 bis zu drei Bundesligapartien am Sonntagnachmittag vor. Ein Spiel soll schon um 15.30 Uhr angepfiffen werden. Da zu dieser Zeit traditionell die meisten Amateur-Spiele stattfinden, sehen sich kleinere Vereine wegen des zu erwartenden Zuschauerschwunds und der Einnahmeeinbußen in ihrer Existenz bedroht.

Um gegen die neuen Spielpläne zu demonstrieren, hatten am 1. März bereits etwa 800 Amateurclub-Vertreter in Gelsenkirchen demonstriert. „Wir kämpfen um unsere Existenz. Es macht mich wütend, dass die DFL ihre Interessen mit Unterstützung unseres Verbandes durchdrückt”, sagte Grundmann.

Wenige Tage zuvor hatte eine Diskussion der Amateure mit DFB-Präsident Theo Zwanziger in Bielefeld nicht zu einer für die Amateure zufriedenstellenden Lösung geführt. Sogar ein Streik beim ersten Spieltag 2009 in den Fußballkreisen Gelsenkirchen sowie Unna/Hamm hatte gedroht. Doch diese Pläne waren vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) mit einer Absage des kompletten Spieltags durchkreuzt worden.

Zwanziger hat sich in der Frage mehrfach klar positioniert: „Wenn man wegen eines 15.30-Uhr-Spiels sagt, das ist der Tod des Amateur- Fußballs, dann ist das deutlich überzogen”, betonte der DFB-Chef. Die Liga sei auf ein „stabiles Pay-TV” angewiesen.

„Die wirtschaftlichen Transfers, so wie sie von der Bundesliga in den Breitenfußball kommen, sind einzigartig in ganz Europa. Wer von mir verlangt, dass ich diese Einheit des Fußballs kaputt mache, um eine kurzfristige Liebeserklärung von dem einen oder anderen Vereinsvertreter zu bekommen, der irrt. Es gibt keine bessere Lösung, als die, die wir haben. Sie ist alternativlos”, sagte Zwanziger.

Die Liste der protestierenden Amateurspieler wird indes immer länger. In Gelsenkirchen, Lippstadt und Rietberg haben sich Interessengemeinschaften gebildet. In Unna wurde der „Verein zur Förderung des Amateurfußballs Unna/Hamm e.V.” gegründet. Darüber hinaus laufen unzählige Aktionen in Internet-Foren. Tausende von Proteststimmen wurden dort schon gesammelt. Mit der Demo in Düsseldorf startet nun die erste gemeinsame Großaktion.

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