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Aachen: ALRV: Kein Verständnis für den Handel

Aachen : ALRV: Kein Verständnis für den Handel

Mit „großer Verwunderung” haben die Organisatoren der Reit-WM und die Stadt Aachen auf Aussagen des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Aachen-Düren (EHDV) reagiert.

Dieser hatte als Ergebnis seiner Frühjahrsumfrage mitgeteilt, dass von den Weltreiterspielen (20. August bis 3. September 2006) allenfalls geringe Umsatzbelebungen erwartet werden.

„Diese Aussage überrascht uns doch sehr”,sagt Klaus Pavel, Präsident des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV). Mehrfach habe der ALRV in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass durch die Weltmeisterschaften eine Wirtschaftskraft von 230 Millionen Euro in die Region fließt: „Das haben Erfahrungswerte des Weltverbandes und eigene Analysen deutlich gezeigt. Insofern fehlt mir für die Aussagen des Einzelhandelsverbandes jegliches Verständnis”, so Klaus Pavel weiter.

Die Pferdesport-Weltmeisterschaften Aachen 2006 bedeuteten einen enormen Impuls für die lokale und regionale Wirtschaft. 500.000 Besucher werden nach Aachen kommen, 150.000 von ihnen aus dem Ausland.

Zudem führe der enorme Zuspruch (weit mehr als 300.000 Tickets sind bereits heute verkauft) nicht nur zu ausgebuchten Hotels in Aachen und der weiteren Umgebung. Die Besucher werden in Aachen und der Region unterwegs sein, werden essen gehen, shoppen und kulturelle Angebote nutzen.

Zudem gibt es TV-Übertragungszeiten wie nie zuvor bei einer Pferdesport-Weltmeisterschaft. Werbeeffekt und Imagegewinn für Stadt und Region sind riesengroß. „Ich bin mir sicher”, so Klaus Pavel, „dass die Kreativen unter den Einzelhändlern dieses gewaltige Potenzial für sich zu nutzen wissen.”

Auch bei der Stadt Aachen ist man von den positiven Effekten der WM überzeugt. „Uns erreichen mittlerweile sowohl Presse- als auch private Anfragen von Südafrika über die USA bis Südamerika”, so Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden.

„Aachen und die Reit-WM sind seit über einem Jahr regelmäßig in den überregionalen und internationalen Medien vertreten. Sowohl der ALRV als auch die Stadt haben bis jetzt ihre Hausaufgaben hervorragend erledigt. Die Reit-WM ist ein Weltereignis. Vielleicht sollte der Handel das auch einmal zum Anlass nehmen, über ein Ereignis zu jubeln”

So hält sich das Verständnis für die Äußerungen des EHDV in Grenzen. „Im übrigen”, so kommentiert Michael Mronz, Sprecher und Mitglied des OK Weltmeisterschaften Aachen 2006, „ist der Verband nicht einmal unserem Vorschlag eines verkaufsoffenen Sonntags zu den Weltreiterspielen gefolgt. Wer nicht geöffnet hat, kann auch keinen Umsatz erwarten.”