Alemannia gewinnt gegen den SV Rödinghausen

Rödinghausen : Alemannia: Straße voller Hindernisse auf dem Weg zum Auswärtssieg

Sieben Mal waren Alemannia Aachen und der SV Rödinghausen in der Fußball-Regionalliga bisher aufeinandergetroffen — und immer hatte es einen Sieger gegeben, fünf Mal war es Aachen. So durften die Fans beim zwischenzeitlichen 1:1 auf mehr hoffen. Und Mergim Fejzullahu mit einem zweiten Treffer und Junior Torunarigha sorgten dafür, dass die Statistik nicht lügt — 3:1 (1:0) siegte Aachen.

Es war eine Anfahrt mit Hindernissen gewesen. Über fünf Stunden hatte der Bus der Aachener für die gut 300 Kilometer nach Rödinghausen benötigt, Unfälle, Staus, Baustellen — die Nerven von Aachen Coach Fuat Kilic und seiner Schützlinge wurden auf eine harte Probe gestellt. 18.10 Uhr fuhr der Aachener Bus am Wiehenstadion vor. Die Partie wurde daher erst kurz nach halb acht angepfiffen.

Beim Warmmachen musste Tobias Lippold kurzfristig passen, für ihn kam Ilas Azaouaghi in die Startformation der Gäste, die im gewohnten 3-4-3-System aufliefen. Trotz der langen Anreise schienen die Gäste mit Anpfiff hellwach zu sein, Arda Nebi (2.) flankte auf Mergim Fejzullahu, doch Stefan Langmann hinderte Aachens bisher besten Torschützen in aussichtsreicher Position am Kopfball. Doch nach dem furiosen Auftakt passierte zunächst recht wenig. Erstmals aussichtsreich meldete Aachen sich nach 28 Minuten zurück, Fejzullahu zirkelte eine Ecke in den Fünf-Meter-Raum, doch niemand kam an den Ball.

Pütz rettet auf der Linie

Klarer waren die Möglichkeiten der Gastgeber, die seit drei Spielen ungeschlagen waren: Simon Flottmann (6.) scheiterte knapp, einen Freistoß von Azur Velagic konnte Aachens Keeper Mark Depta abwehren. Die beste Chance vereitelte David Pütz (31.), der nach einem Konter von Simon Engelmann für den schon geschlagenen Depta auf der Linie rettete. Nach dem folgenden weiten Einwurf von Velagic touchiert der Kopfball von Flottmann leicht den Pfosten. Rödinghausen war nun eindeutig am Drücker, die gut fünfstündige Anfahrt schien den Aachenern doch mehr in den Knochen zu stecken, als zu Beginn vermutet.

Torunarigha legt ab

Erst in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte fanden die Aachener wieder besser ins Spiel und entdeckten den gegnerischen Strafraum neu für sich: Fejzullahu legte nach Zuspiel von Heinze im Rücken der Abwehr quer, und Fabian Kunze rettete in höchster Not vor dem einschussbereiten Junior Torunarigha (42.). Doch der Torjubel war nur aufgeschoben: Keine zwei Minuten legte Torunarigha für Fejzullahu (44.) ab, der den Ball aus gut 20 Metern unhaltbar rechts oben in den Winkel hämmerte.

Nach der Pause schickte Kilic den Tobias Mohr als Verstärkung auf der linken Seite für Manuel Konate-Lueken auf den Platz. Die Partie wurde in der Anfangsphase zunehmend unansehnlich, Aachen mühte sich, doch der berühmte letzte Pass kam nie an. Zunehmend wurde die Partie auf beiden Seiten vogelwild, klare Zuspiele waren Mangelware, Stockfehler häuften sich, die Torräume auf beiden Seiten wurden gemieden.

Erst nach 15 Minuten wurde der Platz wieder komplett genutzt: Rödingen drängte — Aachens Kapitän Nils Winter klärte per Kopf, dann zielte Velagic aus dem Hinterhalt nur ein wenig zu hoch. Als Engelmann alleine durchbrach, brachte Depta ihn zu Fall — Jörn Schäfer (Iserlohn) zeigte auf den Punkt, und Marius Bülter (64.) verwandelte sicher. Rödinghausen witterte Höhenluft am Rande von Westfalen: Für den schon geschlagenen Depta rettete erneut Pütz (71.) auf der Linie. Der kann auch offensiv, einen schönen Doppelpass schloss Fejzullahu mit dem 2:1 (72.) ab. Und als Torunarigha (74.) nach einem Einwurf per Kopf das 3:1 erzielte, war die Entscheidung gefallen. Die Endphase wurde hektisch, doch zu Aachens Glück spielte Rödinghausen seine Chancen nicht gut aus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Alemannia erarbeitet sich den Sieg in Rödinghausen

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