Torloses Remis gegen BVB II: Alemannia belohnt sich wieder nicht

Torloses Remis gegen BVB II : Alemannia belohnt sich wieder nicht

Als Stadionsprecher Robert Moonen die Aufstellung der Gäste verkündete, blieben die Pfiffe aus. Das hatte vermutlich auch damit zu tun, dass die Zweitvertretung von Borussia Dortmund ohne Profi-Verstärkung angereist war.

Unter der Woche hatten Shinji Kagawa, Alexander Isak und Sebastian Rode dem BVB-Nachwuchs noch tatkräftig unter die Arme gegriffen, in Aachen wurde das Trio am Samstagnachmittag nicht gesichtet. Es verpasste ein intensives und durchaus sehenswertes Spiel, die Alemannia hatte dem Tabellenzweiten der Regionalliga ordentlich Paroli geboten.

Am Ende stand ein torloses Remis, das sich für Fuat Kilic nach Lage der Dinge nicht wie ein Punktgewinn anfühlte: „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Spielerisch, läuferisch und kämpferisch hat viel zusammengepasst. Es ist schade, dass wir uns erneut nicht für unseren Aufwand belohnt haben.“

Zum dritten Mal in Folge hatte Alemannias Cheftrainer dieselben zehn Feldspieler aufgeboten. Lediglich zwischen den Pfosten gab es den erwarteten Wechsel, da Daniel Zeaiter den erkrankten Niklas Jakusch ersetzte.

Aachen lässt gegen den BVB-Nachwuchs Punkte liegen

Auch ohne Profi-Zugabe erwischte die Dortmunder Zweite den besseren Start. Die Gäste hatten die rechte Seite als Einflugschneise für ihre Angriffe auserkoren, mehr als ein Warnschuss von Joseph Boyamba (6.) brachten sie aber nicht zustande. Die Aachener waren zu sehr damit beschäftigt, dem BVB-Nachwuchs die Spielfreude zu nehmen, um selbst offensive Akzente zu setzen.

Mit Ablauf der ersten zehn Minuten kamen die Gastgeber besser in die Partie. Sie legten ihren Respekt ab, Stipe Batarilo prüfte Jan-Pascal Reckert. Der Borussen-Keeper ließ den Ball prallen, der aufgerückte Matti Fiedler verpasste den Führungstreffer. Der Startknopf war aktiviert, Dimitry Imbongos Versuch aus der Drehung wurde zur Ecke abgefälscht (13.).

Wieder wagte Fiedler einen Ausflug in den gegnerischen Sechzehner, der Kopfball des hochgewachsenen Abwehrspielers flog über das Dortmunder Tor. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt war zu erkennen, dass Standardsituationen an diesem verregneten Samstagnachmittag ein probates Mittel sein würden.

Der BVB-Nachwuchs zog sich ein wenig zurück und lauerte auf Konter. Herbert Bockhorn traf die Latte (23.), Vorlagengeber Dominik Wanner war von Schiedsrichter Laurent Kopriwa aber zuvor zurückgepfiffen worden. Das Spiel wurde zum Fest für Taktikliebhaber, beide Teams neutralisierten sich über weite Strecken.

Ein paar Halbchancen verbuchte die Alemannia noch, „im Moment will der Ball aber einfach nicht rein“, urteilte Alexander Heinze. Der Innenverteidiger sah, wie Imbongo (34., 38.), Manuel Glowacz (38.) und Patrick Salata (41.) aussichtsreich vergaben. Auch zur Pause blieben die Pfiffe der Zuschauer aus, die Hausherren wurden mit Applaus in die Kabine verabschiedet.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Aachener den BVB-Nachwuchs tief in die eigene Hälfte. Der unermüdlich rennende Robin Garnier wurde für seinen Einsatz nur mit einer Ecke belohnt (55.), Kai Bösing zielte zu hoch (57.).Die Dortmunder befreiten sich aus der Umklammerung und wurden mutiger. Zeaiter entschärfte einen Schuss von Kempes Tekiela (63.), der mit zu viel Platz ausgestattet wurde.

Beide Mannschaften spielten jetzt mit offensivem Visier, Imbongo (64.) und Bösing (67.) ließen die rund 5200 Zuschauer aber nicht jubeln. Auf der Gegenseite scheiterte Bockhorn (76.) nach starkem Solo an Aachens Schlussmann. Die größte Chance des Spiels vergab Imbongo. Nachdem sich Salata auf dem linken Flügel durchgetankt und quergelegt hatte, verpasste es der glücklose Angreifer den Ball ins verwaiste Dortmunder Tor zu schieben (78.).

Auch sein eingewechselter Sturmpartner Vincent Boesen (82.) nutzte einen Hochkaräter nicht, nachdem er zu einem Übersteiger angesetzt und das 1:1-Duell gegen Reckert verloren hatte. Kilic hatte die junge Offensivkraft zwei Minuten zuvor gebracht, um den Druck auf die Innenverteidiger zu erhöhen und sein System von 4-1-4-1 auf 3-5-2 umgestellt. „Spätestens Dimitry und Vincent müssen den Lucky Punch setzen“, haderte Kilic wie in den Vorwochen mit der Chancenverwertung. Mit einer gehörigen Portion Glück hätte auch der Tabellenzweite noch die volle Punktzahl vom Tivoli mitnehmen können, aber Bockhorn (88.) scheiterte an Zeaiter. Und so endete Alemannias letztes Spiel in der ersten Serie mit einer Nullnummer.

„Vielleicht finden wir mit dem Ende der Hinrunde ja auch unsere Effektivität wieder“, formulierte Kilic seine hoffnungsfrohe Botschaft. Der Zeitpunkt wäre nicht der schlechteste, da mit Viktoria Köln am kommenden Freitag der Spitzenreiter der Regionalliga seine Visitenkarte am Tivoli abgibt.

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