Aachen: Alemannia Aachen vergeigt die Heimpremiere

Aachen : Alemannia Aachen vergeigt die Heimpremiere

Als die Partie um 20.16 Uhr angepfiffen wurde, standen sich der Tabellenvorletzte und -letzte gegenüber. Beide Teams kamen punktlos zur Arbeit, was nach einem ersten Spieltag schon mal passieren kann. Als das Spiel dann um 22.07 Uhr beendet war, stand nur noch Alemannia mit leeren Händen ziemlich allein am Tabellenende da.

Auch dem zweiten Orientierungslauf fehlte das glückliche Ende, gegen Wattenscheid 09 gab es eine verdiente 0:2-Niederlage. Die Mannschaft lieferte eine schwache Heimpremiere ab. Dabei hatte das Team trotz der Auftakt-Niederlage in Köln den Kreditrahmen erweitert. Schon vor der Montagspartie waren 2120 Dauerkarten verkauft, 20 mehr als zum gleichen Zeitraum vorher.

Fuat Kilic hatte seine Anfangself leicht umgemodelt, für Steven Rakk verteidigte nun Robin Garnier. Im Sturm machte Aachens Trainer aus den überzeugenden Jokern der Vorwoche nun Startspieler: Blendi Idrizi und Vincent Boesen ersetzten Mahmut Temür und Marcel Kaiser.

Das hätte sich schnell als gute Entscheidung erweisen können. Marco Müller spielte seinen Mittelstürmer frei, doch Boesen scheiterte an Wattenscheids neuem Torwart Edin Sancaktar, der per Fußabwehr den Rückstand nach vier Minuten verhinderte. Sein Kollege Farat Toku hatte nach nur einem Spieltag schon einen Wechsel auf der Position vorgenommen, Steffen Scharbaum musste nach wackligem Auftritt in der Vorwoche weichen.

Sechs Mal hat Toku seine Wattenscheider gegen Alemannia gecoacht, heraus kamen sechs Siege. Im Gegenzug hat Kilic gegen Wattenscheid noch nie punkten können. Auch an diesem Abend waren die Gäste nicht angereist, nur um einen Verteidigungsring aufzubauen. Sie erkundeten regelmäßig die andere Spielfeldhälfte. Häufig sprachen die Aachener mit leichten Abspielfehlern Einladungen aus. Mael Corboz semmelte den Ball aus 16 Metern übers Tor (14.), dann packte Matti Fiedler in höchster Bedrängnis eine sehenswerte Vier-Meter-Grätsche gegen Noah Korczowski aus (24.).

Das Drehbuch für das TV-Spiel sah zunächst nur wenige Höhepunkte vor. Alemannias Verteidiger Fiedler und Alexander Heinze kamen jeweils nach Eckball-Vorlagen von Manuel Glowacz zum Abschluss. Ihre Kopfbälle flogen aber übers Ziel (20./30.).

Die Sonne hing immer noch wie ein überdimensionaler Scheinwerfer über dem Tivoli, eine Führung lag nicht in der Luft, meistens strandeten die Bemühungen der Teams im Mittelfeld. Die Gäste erzielten dennoch das 1:0 mit einem Fernschuss aus etwa 30 Metern. Garnier hatte leichtfertig den Ball verloren, der Versuch von Steve Tunga Malanda war aber nicht zwingend. Alemannias Torwart Niklas Jakusch war dennoch überwunden.

Mit dem Gegentreffer schlich sich schnell ein Wackelkontakt in Aachens Defensive ein. In letzter Sekunde musste Peter Hackenberg noch Wattenscheids Angreifer Emre Yesilova abblocken, der Jakusch bereits ausgespielt hatte (35.). Die Mannschaft war angeknockt, organisierte bis zur Halbzeit nicht einen erwähnenswerten Angriff mehr.

Kilic korrigierte die Aufstellung, Marcel Kaiser ersetzte Garnier. Die meisten der 6400 Fans schoben den Lautstärkeregler nach oben. Wieder hatte Alemannia nur eine Halbzeit, um die Punkte-Ernte einzubringen. Das Problem bekam die Mannschaft nicht gelöst, sie stellte die ballsicheren Wattenscheider nur äußerst selten. Die Gäste kamen fast gemütlich über die Runden.

Berkant Canbulut verfehlte mit einem Fernschuss nur knapp die Entscheidung nach 72 Minuten, die Vorlage hatte Aachens Abwehr geliefert. Die berühmten zweiten Bälle landeten ritualisiert beim langjährigen Bundesligisten.

Alemannias Aufbauspiel blieb Stückwerk, die Mannschaft wirkte kaum eingespielt. Der langersehnte erste Saisonauftritt am Tivoli missriet deutlich. Wattenscheids Torwart Sancaktar hätte in der letzten Stunde des Spiels seinen Liegestuhl herausholen können: Gebraucht wurde der Schlussmann jedenfalls nicht mehr.

Selbst eine Aachener Schlussoffensive blieb aus. Im Gegenteil: In der Schlusssekunde traf Fabio Manuel Dias noch ins verwaiste Aachener Tor, das Niklas Jakusch verlassen hatte, um seinen Kollegen in der Offensive zu helfen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Alemannia verliert Heimspiel gegen Wattenscheid mit 0:2

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