Alemannia Aachen feiert 2:0-Sieg beim SV Rödinghausen

2:0-Sieg in Rödinghausen : Die Alemannia zeigt sich gut organisiert

Als der Bus der Alemannia um Punkt 12.30 Uhr das Häcker Wiehenstadion erreichte, deutete bereits vieles darauf hin, dass für die Mannschaft von Fuat Kilic beim Auswärtsspiel in der Fußball-Regionalliga beim SV Rödinghausen alles nach Plan verlaufen sollte.

Und die Aachener zeigten mit dem 2:0-Sieg beim Tabellenzweiten, dass die Organisation nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz an diesem Tag stimmte. „Ein rundum geiles Spiel für alle Beteiligten“, sagte Innenverteidiger und Abwehrchef Alexander Heinze nach der Partie.

Trainer Kilic hatte am Freitag betont, dass es von Vorteil sei, nicht am Spieltag selbst, sondern am Tag zuvor bereits die lange Fahrt nach Rödinghausen antreten zu können, um so müde Knochen im Duell mit dem Spitzenteam aus der Regionalliga West zu vermeiden. Seine im Vergleich zum 4:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf II auf einer Position veränderte Mannschaft – Dimitry Imbongo rückte für Marcel Kaiser in die Startelf – schien diese Einschätzung bereits zu Beginn der Partie zu bestätigen: Die Alemannia presste hoch und überspielte das Pressing des Gegners durch schnelle Pässe in die Spitze und kam durch Imbongo (8. und 21. Minute) zu ihren ersten Chancen. Nach 17 Minuten stand es 4:1 für Aachen – wenn auch nur bei den Ecken. Die größte Gefahr für den Kasten für Daniel Zeaiter ging von Nachlässigkeiten der eigenen Mitspieler aus: Einen zu kurz gespielten Rückpass von Innenverteidiger Matti Fiedler konnte Aachens Torwart gedankenschnell noch klären; Rödinghausens einzige Ecke in der Anfangsphase kam durch einen Querschläger des völlig unbedrängten Linksverteidigers Patrick Salata.

Bis auf eine Chance von Mittelfeldspieler Franz Pfanne, der in der 19. Minute nach einer Flanke den Ball links neben das Aachener Tor bugsierte, ließ Alemannias gut sortierte Defensive in der ersten Halbzeit nichts zu. Besonders „Glücksbringer“ Heinze, der noch kein Spiel gegen Rödinghausen verloren hat, zeigte sich zweikampfstark und fing viele wichtige Bälle ab. „Wir haben sehr komplizierte erste zwanzig Minuten erlebt“, gab Rödinghausens Trainer Enrico Maaßen zu. Sein Kollege Kilic sagte: „Wir waren darauf eingestellt, dass der Gegner versucht, mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken, um so etwas zu kreieren.“ Die Alemannia dominierte die Partie, und die Unzufriedenheit der Heimfans wurde immer hörbarer. Richtig laut im Stadion wurde es dann, als Schiedsrichter Tobias Severins in der 40. Minute auf den Punkt in Rödinghausens Strafraum zeigte: Stipe Batarilo hatte zuvor von rechts eine Flanke an den langen Pfosten gebracht, den Vincent Boesen aus kurzer Distanz an die Hand eines Rödinghausener Verteidigers köpfte. Boesen selbst übernahm dann die Verantwortung und verwandelte sicher mit einem trockenen Schuss ins linke untere Eck. Mit dem Ergebnis ging es dann auch in die Pause. Wie souverän der Auftritt der Alemannia war, zeigte sich auch an den vielen Reaktionen der Heimfans, die mehrmals auf dem Weg zur Imbissbude oder Toilette davon sprachen, dass ihre Mannschaft „so schlecht“ spielen würde.

Rödinghausens Coach Maaßen reagierte dementsprechend und brachte zur zweiten Halbzeit mit Kelvin Lunga für Haktab Omar Traoré und Angelo Langer für Nikola Serra zwei neue Spieler in die Partie. Die Statik des Spiels veränderte sich nun etwas; die Alemannia ließ den Gegner etwas weiter in die eigene Hälfte kommen und zeigte sich 15 Minuten nach der Pause nicht mehr so feldüberlegen wie noch im ersten Durchgang. „Wir haben nach der Pause die ersten 15 bis 20 Minuten schon geschwommen, das muss man schon ehrlich sagen“, sagte Boesen.

Rödinghausen konnte diese Überlegenheit aber auch in Halbzeit zwei nicht zu klaren Torchancen nutzen, wie auch Rödinghausens Coach enttäuscht zugab. Als wieder Boesen in der 63. Minute nach Flanke von Robin Garnier per Volleyabnahme artistisch das 2:0 erzielte, war dies die Vorentscheidung. Viel passierte dann bis zum Schlusspfiff auch nicht mehr; einziger Wermutstropfen für die Alemannia war die Gelb-Rote Karte für Innenverteidiger Fiedler in der 86. Minute, der nach einer rustikalen Grätsche in der Nähe des Strafraums den Platz verlassen musste und dabei noch in ein kleines verbales und körperliches Scharmützel mit Rödinghausens Tobias Steffen geriet.

Am Ergebnis änderte aber auch diese Dezimierung nichts mehr; die Alemannia brachte das Spiel souverän nach Hause und sprang durch den Sieg auf Tabellenplatz sechs. „2:0 bei der besten Abwehr der Liga zu gewinnen – das ist schon richtig gut“, zeigte sich Heinze sehr zufrieden. Doppeltorschütze Boesen lobte besonders die Abwehrleistung nach der dritten gegentorlosen Partie im Jahr 2019: „Wir haben sehr viel trainiert, besonders auch in der Defensive, und wie in den vergangenen Spielen war es uns wichtig, erst mal die Null zu halten, da nach vorne immer etwas geht.“ Zustimmung erhielt der Matchwinner auch von seinem Trainer. „Ein Auswärtsspiel so zu dominieren, auch spielerische Akzente in einem Kampfspiel zu setzen, das macht mich stolz“, sagte Kilic und versprach: „Wir werden eine vernünftige und angenehme Heimreise haben.“ Was zu dem durchweg gut organisierten Tag der Alemannia passte.

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