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Aachen: Ab jetzt gilts: Die große Show beginnt!

Aachen : Ab jetzt gilts: Die große Show beginnt!

Nur das Wetter ist noch nicht weltmeisterlich. Typisch Aachen oder Aachen typisch eben. Es hat ja noch eine Chance. Dass die Aachener weltmeisterlich sind, wollen sie in den nächsten zwei Wochen beweisen.

Die Vorpremiere am Samstagabend macht Lust auf mehr. Fetenstimmung trotz eher herbstlicher Temperaturen. Beispiel Markt. Talks und Musik (hervorragend „Souldaix”!) im Wechselspiel.

ZDF-Reporterin Jana Thiel war da, die Equipe der Distanzreiter, die Alemannen Reiner Plaßhenrich und Stephan Straub. Launig, witzig, spannend - die Moderatoren Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, und Uwe Brandt, Kulturmanager bei der Stadt Aachen, haben mit ihren Gästen Aachen auf die WM eingestimmt, weltmeisterlich. Auf dieser Bühne geht ab heute jeden Abend ab 19.30 Uhr die große Show los.

Uwe Brandt hätte sich am Ende selbst noch ins Programm nehmen können. Zeigen, was die Öcher zu drauf haben. Seine Disziplin: Mobiltelefone jonglieren. Denn seine zwei Geräte waren im Endspurt der Organisation für das City-Programm während der Weltreiterspiele mehr oder weniger ans Ohr gewachsen. Kaum hat er ein Gespräch beendet bimmelt auch schon das nächste Telefon. Hätte Brandt drei Ohren, er hätte wohl auch drei Handys.

Rückblende: Kurz vor dem Startschuss zum großen Programm auf Markt, Katschhof, Hof und Elisengartenbühne („Alles schöne, kleine Arenen”) sucht sich Uwe Brandt ein ruhiges Plätzchen im Schatten des Rathauses. Verschnaufen. Doch Fehlanzeige. Eines seine Telefone beginnt munter zu klingeln und während er das Gespräch entgegen nimmt, meldet sich auch das zweite zu Wort. Brandt der Handy-Jongleur.

Tage, Wochen, Monate haben sie an dem Rahmenprogramm zur Reit-WM gefeilt. 14 Tage lang wird von morgens früh bis abends spät auch in der Innenstadt ein kunterbuntes Programm geboten. Dazu werden täglich Straßentheatergruppen durch die Gassen ziehen. Aachen will sich von seiner besten - der fröhlichen - Seite zeigen.

„Ich hoffe das es klappt, dass es den Menschen gefällt”, sagt Brandt. Gerne wäre er in diesem Moment ein Bauingenieur. Wenn das Haus steht, hätte er alles richtig gemacht. Auf dem Markt hat er aber keine Häuser sondern zwei Bühnen bauen lassen und entscheidend sind nicht die Stahlträger und Bodenplatten sondern das Programm. „Hier geht es um Geschmack, und der ist nicht kalkulierbar.” Und doch gebe er sich zuversichtlich. Brandt der Optimist.

Das Konzept auf dem Markt - eine Gemeinschaftsproduktion von Stadt, Märkte und Aktionskreis City und dem Zeitungsverlag Aachen - ist jeden Tag aufs Neue ein Spagat zwischen Spitzensport und Lokalkolorit, im positiven Sinne. Schon über Tag werden die sportlichen Entscheidungen aus der Soers via Leinwand übertragen.

Der Abend gehört den Medaillengewinnern - und den Aachenern. Zunächst werden nämlich die Helden des Pferdesports in einer Zeremonie nochmals feierlich geehrt. Doch die Abende werden nicht umsonst mit dem Slogan „Aachen typisch” überschrieben.

Die Show wird - ganz ohne Pferd - die Kaiserstadt in ein schwungvolles Bild rücken. Immer gibt es ein besonderes Thema. Immer tolle Gäste. „Es wird mal poetisch, mal selbstironisch”, sagt Brandt. Mal sind 50 Tänzer auf der Bühne, mal ein Falkner mit seinem Vogel. Aachen hat so viele Facetten. „Wir wollen hier eine liebevolle Party organisieren”, sagt der Kulturmanager, der ausdrücklich seine Mistreiter lobt: Lars Harmens, Yvonne Jungen, Tom Hirtz, Frank Rommerskirchen, Marga Render, und, und, und. Brandt der Teamspieler.

„Ich hoffe, dass der Markt in den nächsten zwei Wochen so etwas wie der alte Sattelplatz im Stadion wird”, sagt er. Allzu viel vom Bühnenprogramm Marke „Aachen typisch” will er aber nicht verraten. Nur so viel: „Wenn ich die Leute anrufe und frage, ob sie mitmachen, habe ich immer auch ein paar skurrile Ideen.”

Und da kann es schon mal vorkommen, dass ein Freund sich in der Garage einschließt, um ein paar Fontänen zu bauen, die auf dem Markt sprudeln sollen. Was daraus wird? Abwarten. Heute geht es los. Und das frei nach dem Motto: „Der Klenkes begrüßt den Globus.”
von der Eröffnungsfeier der Reit-WM