Aachen: Aachener Tennis-Zweitligist Blau-Weiss gewinnt gegen Hamburg

Aachen : Aachener Tennis-Zweitligist Blau-Weiss gewinnt gegen Hamburg

Stark angefangen, stark nachgelassen, ganz stark zurückgekommen: So präsentierte sich Tennis-Zweitligist Blau-Weiss Aachen am zweiten Spieltag als Gastgeber am Luxemburger Ring, wo sich der Hamburger Club an der Alster am Freitag vorstellte. Mit 5:4 hatte Blau-Weiss am Abend nach einer über siebeneinhalbstündigen Auseinandersetzung das glücklichere Ende schließlich für sich.

Die Begegnung fing großartig an für Blau-Weiss. 3:0 führte der Klub nach dem ersten Drittel. Niels Desein, Aachens Nummer zwei, hatte ein aufreibendes und höchst spannendes Match gegen Defensivkünstler Demian Raab im Champions Tiebreak ebenso gewonnen, wie seine Teamkollegen an Nummer vier und sechs, Yannik Reuter und Germain Gigounon. Sie brauchten jeweils zwei Sätze, um ihrer Mannschaft den komfortablen Vorsprung zu verschaffen.

Der aber schmolz im zweiten Drittel komplett dahin. Weil zunächst der topgesetzte Yannick Mertens gegen Hamburgs Spanier Laurent Lokoli nach 4:6 und 6:2 in den ersten beiden Sätzen den Champions Tiebreak mit 7:10 abgab. Knackpunkt hier: Beim Stande von 6:8 unterlief Mertens ein Doppelfehler. Schließlich hatten nacheinander auch Dominik Bartels und Maxime Authom das Nachsehen, Hamburg glich zum 3:3 aus. „Das wird ganz eng nach hinten heraus, mir wäre ein 4:2 nach den Einzeln wesentlich lieber gewesen als dieses 3:3“, hatte Aachens Teamchef Marc Zander kein wirklich gutes Gefühl.

Dass ein echtes Team auf dem Platz steht, zeigte sich dann in den Doppeln. Mit Mertens/Desein und Authom/Gigounon standen zwei Duos auf dem Court, die mit ihren Kontrahenten ziemlich kurzen Prozess machten. Was aber würde Doppel drei zeigen können: Dem erfahrenen Yannik Reuter stand Youngster Marcel Hornung, der Sohn von Coach Axel Hornung, zur Seite. Sie holten Satz eins im Tiebreak, gaben Durchgang zwei glatt ab, um dann im Champions Tiebreak gegen Julian Reister/Matthias Kolbe zwar 12:14 zu verlieren, den Platz aber in der Gewissheit verlassen zu dürfen, grandios gespielt und dem Publikum einen Krimi geboten zu haben.

„In den Doppeln haben die Jungs gezeigt, zu welcher Mannschaftsleistung sie imstande sind“, freute sich Zander über den zweiten Sieg im zweiten Spiel. „Auch in der zweiten Bundesliga wird ganz hartes Tennis gespielt“, sagte er.

Das sahen die Zuschauer auch in den Einzeln belegt: Hier verlor etwa Maxime Authom gegen Julian Reister — das aber auf höchstem Niveau. Das Spiel war bis zum letzten Ballwechsel offen. Ähnlich die Begegnung Niels Desein gegen Demian Raab. Die defensive Taktik des Hamburgers wäre fast aufgegangen, weil er Desein immer wieder mit seinem langsamen Spiel zu Fehlern zwang. Desein bekam aber noch rechtzeitig die Kurve, konterte mit Geschwindigkeit, dem variableren Spiel und den besseren Ideen.

Nun empfängt Aachen am Sonntag als Tabellenzweiter den Spitzenreiter aus Bremen.

BW Aachen - Hamburg 5:4: Yannick Mertens - Laurent Lokoli 4:6, 6:2, 7:10; Niels Desein - Demian Raab 2:6, 6:4, 10:8; Maxime Authom - Julian Reister 3:6, 6:7 (4:7); Yannik Reuter - August Holmgren 6:4, 6:2; Dominik Bartels - David Eisenzapf 4:6, 4:6; Germain Gigounon - Matthias Kolbe 6:3, 6:3; Mertens/Desein - Lokoli/Raab 6:2, 6:3; Authom/Gigounon - Holmgren/Eisenzapf 6:2, 6:1; Reuter/Marcel Hornung - Reister/Kolbe 7:6 (7:4), 2:6, 12:14