Das sagen Gäste zur Ordensverleihung: Von CDU-Papas, Zitronen und Ferkeln

Das sagen Gäste zur Ordensverleihung : Von CDU-Papas, Zitronen und Ferkeln

Der „Orden wider den tierischen Ernst“ ist eine Art großes Familientreffen von NRW- und Bundespolitikern. Was sagen die prominenten Gäste selbst dazu? Wir haben Armin Laschet, Nicola Beer, Christian Lindner, Winfried Kretschmann und Julia Klöckner befragt.

Das Bild vom Familientreffen hatte auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak in seiner wirklich schlechten Rede bemüht. Ziemiak besang „Papa“ Armin Laschet, den er „unser bestes Stück“ nannte. Und was sagt der NRW-Ministerpräsident dazu? „Es war ja sein erster Auftritt, und das Bild der Parteien-Familie ist doch nett gewesen“, sagte der Aachener CDU-Politiker nach der Sitzung. In einem Arbeitszeugnis würde wohl stehen: „Er war stets bemüht“. Die Frauenpower habe ihm gut gefallen, sagte Laschet. Ob er sich auch Frauen für den Elferrat wünschen würde? „Das täte dem AKV sicher gut.“

Eine dieser Powerfrauen war die FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Nicola Beer. Stehende Ovationen – und das, obwohl „ich noch nie in der Fastnachts-Bütt gestanden habe“. Karneval gebe es in ihrer Heimat Frankfurt nicht. „Vor dem Auftritt hatte ich richtig Bammel.“ Dass das Publikum sie so bejubeln würde, hatte sie nicht geahnt, aber gehofft. Beer machte auch vor dem FDP-Chef und Ordensritter Christian Lindner nicht Halt. Aber der war auch ein Lieblingsziel der anderen Redner auf der Eurogress-Bühne. Witze in Zusammenhang mit Lindners Absage an eine Jamaika-Koalition sind so unoriginell wie häufig an dem Abend. Das stört Lindner aber nicht: „Menschen, die Prinzipienfestigkeit schätzen, werden wieder daran erinnert, dass ich standhaft geblieben bin – und die anderen wählen uns Liberale ohnehin nicht.“ Im Übrigen würde er auch gern mal wieder auf der AKV-Bühne stehen und könnte da einiges aus Berlin berichten. Lindner hat Humor, vielleicht hat Klöckner den FDP-Politiker in ihrer Rede deshalb mit einer Zitrone verglichen? Von wegen sauer macht lustig. Der Vergleich stört Lindner jedenfalls nicht: „Zitronen sind gesund und frisch.“ Für nicht so gesund halten die Grünen ja die Kastration von unbetäubten Ferkeln. Ob es Winfried Kretschmann deshalb schwer fiel, seine Laudatio auf Julia Klöckner zu schreiben? „Das ist natürlich schlecht für die Ferkel, aber gut für mich. Das war eine fantastische Spitze, die ich bringen konnte.“ Der baden-württembergische Ministerpräsident hält die Bundesgesundheitsministerin aber für eine „glänzende Rednerin“ und für eine würdige Nachfolgerin im Amt.

Das findet Julia Klöckner selbst auch. Sie sei ritterlich, weil sie Anstand und Empathie besitze. Die Auszeichnung sei „etwas Besonderes; als Kind habe ich die Verleihung immer im Fernsehen geschaut“. Aachen sei eine tolle Stadt, durch die ein toller Geist wehe. Für die wenig geistreiche Rede ihres Parteikollegen Ziemiak hat auch Klöckner milde Worte. „Er hat das doch zum ersten Mal gemacht, und es war in Ordnung, auch wenn es im Saal unruhig war.“ Die große Parteienfamilie hat sich hier also lieb.

Von der Weinkönigin zur Ordensritterin – kann man noch mehr erreichen? „Was soll ich sagen? Das Leben ist nun zu Ende“, sagte Klöckner. Aber bevor es mit ihr zu Ende geht, will die Weinliebhaberin dann doch endlich, endlich ein Glas Wein trinken. Aber einen Spruch fürs Poesie-Album gibt die Ordensritterin einem zum Abschied noch mit: „Humor macht das Leben erträglicher.“ Prost!

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