Aachen: Der AKV will sich im August neu aufstellen

Aachen: Der AKV will sich im August neu aufstellen

Nach einer Session mit viel Ärger und öffentlichen Diskussionen deuten sich beim Aachener Karnevalsverein (AKV) strukturelle und personelle Veränderungen an. Ähnlich wie die Profiabteilung bei Alemannia Aachen oder der Wirtschaftsbetrieb beim Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) soll die Festsitzung aus dem Verein ausgegliedert werden.

Präsident Horst Wollgarten plant die Gründung einer Vermarktungs GmbH, deren Kapitalgesellschaft eine hundertprozentige Tochter des AKV werden soll. Der 60-jährige Wirtschafts- und Steuerberater spricht dabei von „einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung”.

Zu seiner eigenen Rolle in der neuen Struktur sagt er offiziell: „Das steht im Moment hinten an. Viel wichtiger ist, dass wir in diesen Wochen das konzeptionelle Fundament schaffen, über das unsere Mitglieder abstimmen können.”

Letzteres wird bei der Jahreshauptversammlung am 30. August wohl auch zu personellen Neuwahlen erforderlich sein. Denn in Insiderkreisen gilt als sicher, dass Wollgarten das Präsidentenamt niederlegen möchte. Alternativ dazu könnte sich der Vorsitz des zu gründenden Aufsichtsrates anbieten. Eine Aufgabe, zu der Horst Wollgarten als Sanierer des AKV mit großer Nähe zu den Sponsoren einen stärkeren Bezug haben könnte.

Dem Vernehmen nach gilt als heiß gehandelter Neu-Präsident der 44-jährige Stolberger Rechtsanwalt Dr. Werner Pfeil, FDP-Kreisvorsitzender und Stellvertreter des FDP-Fraktionsvorsitzenden Georg Helg im Städteregionstag - der wiederum Ehrenpräsident des AKV ist.

Das große Stühlerücken kommt

„Dazu kann ich überhaupt nichts sagen”, mochte sich Pfeil gegenüber Zeitung nicht äußern. Der hoch qualifizierte Jurist gilt als eher zurückhaltende, sehr respektable Persönlichkeit, zudem als ausgleichend und humorig. Dem Verein gehört er als Mitglied des AKV-Creativ-Teams (ACT) an, das unter anderem die Chartbreaker-Veranstaltungen und nach den Rosenmontagszügen die Familienveranstaltung „Magic Monday” im Alten Kurhaus ins Leben rief. Wer - wenn es denn so kommt - in Zukunft die Festsitzung moderieren wird, erscheint ebenso offen wie die Zusammensetzung des Elferrates. Auf jeden Fall wird es zu einem Stühlerücken kommen. Wollgarten bestätigt: „Bei dem einem oder anderen haben sich die beruflichen Rahmenbedingungen geändert.”

Bereits ausgeschieden ist Beirat Udo Dümenil, nicht mehr zur Wahl antreten wird auch „Jüppchen” Hubert Crott, der seit 1995 dem Gremium angehört. Elferratskollege Tom Frings ist derzeit „noch nicht entschieden”. Bei Peter Dumonceau, der aus gesundheitlichen Gründen zögerte, ist die aktuelle Tendenz, „dabei zu bleiben”. Der Rest wird wohl definitiv bleiben.

Dass der AKV bis zur Jahreshauptversammlung einen designierten Ritter für 2011 präsentieren wird, „wäre schön”, so Horst Wollgarten. Aber: „Ich habe noch keinen.” Insbesondere im politischen Bereich sei es „immer schwieriger, einen geeigneten Kandidaten zu finden”.

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