Armin Laschet wird neuer Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst

AKV ehrt NRW-Ministerpräsident : Der nächste Ordensritter heißt Armin Laschet

Armin Laschet wird mit dem Orden wider den tierischen Ernst ausgezeichnet. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident ist der erste Aachener, der genau 70 Jahre nach der ersten Verleihung des Ordens den Narrenkäfig des Aachener Karnevalsvereins (AKV) betritt.

Einen Moment noch, erst muss der Landesvater Bürgernähe demonstrieren: Am Katschhof hinter dem Aachener Rathaus, wo der Aachener Karnevalsverein (AKV) Armin Laschet als neuen Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst präsentiert, sind an diesem Freitag allerhand Brautpaare aus dem nahen Standesamt unterwegs. Ob der Herr Ministerpräsident nicht vielleicht mit auf das Foto...klar doch.

„Armin Laschet grenzt nicht aus, sondern umarmt und integriert“, sagt AKV-Präsident Werner Pfeil zur Auswahl des 71. Ordensritters. Das entsprechende Anforderungsprofil des AKV – Humor und Menschlichkeit im Amt – erfülle „niemand besser als unser Landesvater“. Trotzdem hat der CDU-Politiker lange auf den Ritterschlag am 8. Februar 2020 warten müssen: Genau 70 Jahre nach der ersten Ordensverleihung – 1950 an James Arthur Dugdale – ist der im Aachener Stadtteil Burtscheid geborene Laschet der erste Einheimische, der mit dem AKV-Orden ausgezeichnet wird. Es habe ziemlich lange gedauert, bis die Aachener Karnevalisten einen Burtscheider ehren, frotzelt Laschet.

Tatsächlich suchte der AKV Humor und Menschlichkeit im Amt eher im weiteren Umkreis und schlug Konrad Adenauer (Rhöndorf) oder Helmut Schmidt (Hamburg) zum Ritter, auch ausländische Würdenträger waren dabei. „Das stand zwar so nicht in den Statuten“, sagt Präsident Pfeil, „aber es war eine Art ungeschriebene Vorgabe in früheren Zeiten.“ Doch die früheren Zeiten, in denen der AKV keine Frauen aufnahm, sind inzwischen auch vorbei. Für Pfeil ist es da ein logischer „nächster Schritt“, mal einen Aachener zu ehren – „wenn er sich eignet“.

Auch bei der AKV-Ordenssitzung stand der Landesvater schon auf der Bühne: 2018 spielte er in einem Sketch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann von den Grünen. Foto: dpa/Henning Kaiser

Bei Laschet wähnt sich der Elferrat auf der sicheren Seite, immerhin kann der Auserkorene diverse Referenzen vorweisen. Verliehen wurden ihm schon der Lachende Amtsschimmel in Bonn, die Spitze Feder in Mühlheim, die Ehrensenatorwürde in Köln oder das Krefelder Närrische Steckenpferd. Und auch bei AKV-Ordenssitzungen hat sich der Christdemokrat schon dreimal bewährt. Im schwarz-grünen Duett mit Cem Özdemir – der es auch zum Ordensritter gebracht hat – erheiterte er das Publikum unter anderem als „Pirate of the Caribean“.

Als „weltoffener Europäer und heimatliebender Rheinländer“ könne er halt Karneval, glaubt der AKV. Laschet selbst erklärt das mit einer Art frühkindlicher Prägung. Daheim im Burtscheider Elternhaus seien von Fettdonnerstag bis Aschermittwoch immer zwei Schallplatten mit Karnevalsliedern gelaufen, und zwar dauernd. Armin Laschet konnte sie folglich textsicher mitsingen und schmetterte sie auch automatisch immer in der Reihenfolge, die er von der Platte kannte.

Inzwischen weiß er auch um die wohltuende Wirkungen des Witzes im politischen Leben. „Der hilft in angespannten Situationen“, sagt Laschet. Am besten reiße man einen Witz über sich selbst. Im EU-Parlament funktioniere das allerdings nicht, erklärt der ehemalige Europaabgeordnete. „Da gibt es ja 27 Übersetzer ...“ Man ahnt, was die Sprachenvielfalt der Heiterkeit antut. „Der Letzte lacht mit zwei Minuten Verspätung“, weiß Laschet.

Im Aachener Narrenkäfig erwartet ihn eine andere Herausforderung. „Karnevalsreden sind anspruichsvoller als politische Reden“, meint Laschet, „da muss man das Publikum direkt packen.“ Redenschreiber seien da keine Hilfe, „das muss man selbst machen“.

Doch dafür hat er jetzt erstmal keine Zeit: Das nächste Brautpaar wartet schon.

(wb)
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