Angebot „Brückenschlag“: Familiärer Halt im Krisenmoment

Angebot „Brückenschlag“ : Familiärer Halt im Krisenmoment

Die Caritas und das Universitätsklinikum haben das Angebot „Brückenschlag“ entwickelt, das Familien hilft, wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt ist. Ohne Spenden funktioniert es nur bedingt.

Die Nachricht ist meist schockierend. Krebs. Familien können aus den Fugen geraten, auf die Erwachsenen kommen gewaltige Aufgaben zu, therapeutisch, organisatorisch, emotional. Neben all diesen Belastungen droht eine Gefahr, die anfangs oft übersehen wird: Was geschieht mit den Kindern? Wer kümmert sich um deren Unsicherheiten, Fragen und Ängste? Es gibt ein Angebot in der Städteregion Aachen, das den bezeichnenden Namen „Brückenschlag“ trägt. Hier kümmern sich Menschen in der Trägerschaft des Uniklinikums – hier beim Centrum für Integrierte Onkologie – und der Caritas in einem Netzwerk um Familien mit einem krebskranken Elternteil.

Jessica Hugot ist gemeinsam mit Dr. Andrea Petermann-Meyer Geschäftsführerin des Projektes. Sie erinnert sich an den Auslöser, einen tragischen Fall: „Wir haben bei der Caritas eine Familie betreut, in der die Mutter während der Schwangerschaft an Krebs erkrankt ist. Kurz nach der Geburt starb die Mutter und der Vater stand mit zwei Kindern und dem Säugling alleine da. Und dann bezahlte die Krankenkasse die Familienpflegerin nicht mehr. An dem Punkt wurde uns klar, dass etwas passieren musste.“ Die Geburtsstunde des Projekts Brückenschlag hatte geschlagen.

Weiß um die Bedeutung von „Brückenschlag“: Jessica Hugot. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Seit 2014 wurden auf diesem Weg 259 Familien mit 359 Kindern und 340 Erwachsenen betreut. 59 Personen begleiteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektes auf ihrem letzten Weg. „Brückenschlag“ begleitet, informiert und berät die betroffenen Eltern und ihre minderjährigen Kinder. Sicherheit und Struktur sollen während der Erkrankungs- und Therapiephase möglichst erhalten bleiben. Familien können so eine schwierige Phase meistern.

Inzwischen haben sich im Netzwerk an einem Runden Tisch zahlreiche Partner aus der regionalen Gesundheits- und Soziallandschaft zusammengefunden, die ihre breiten Kompetenzen einbringen. Sie gewährleisten psychosoziale Unterstützung über alle Erkrankungsphasen, auch dann, wenn andere Hilfsangebote enden. „Unter Umständen leisten wir auch finanzielle Überbrückung, insbesondere dann, wenn noch nicht klar ist, wer der Kostenträger ist“. So kann wichtige Zeit gewonnen werden“, beschreibt Jessica Hugot entscheidende Abläufe.

Genau in diesem Punkt ist „Brückenschlag“ auf Unterstützung angewiesen. Noch werden die Angebote nicht komplett von Krankenkassen oder Jugendämtern übernommen.

30 Prozent der Kosten müssen über Spenden finanziert werden. Eine Aufgabe, bei der „Brückenschlag“ über Spenden die Arbeit wesentlich erleichtert werden kann. Nur bei adäquater finanzieller Hilfe kann Brückenschlag weiter arbeiten, bis eine andere strukturelle Lösung gefunden ist.

(hpl)
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