Marie-Luise Marjan hat eine eigene Stiftung gegründet: Ein großes Herz für Kinder

Marie-Luise Marjan hat eine eigene Stiftung gegründet : Ein großes Herz für Kinder

„Mein Einsatz für Kinder ist eine Herzensangelegenheit“: Marie-Luise Marjan setzt sich mit ihrer eigenen Stiftung für Kinder ein. Am 15. Januar wird die „Mutter der Nation“ auf unserer Gala „Menschen 2018“ mit unserem Chefredakteur Thomas Thelen plaudern.

 „Sag doch endlich Freddy zu mir!“ ruft Marie-Luise Marjan fröhlich als Prinzessin Frederike zu Lüdecke, die im Lüneburger TV-Nobelhotel „Drei Könige“ einen Zwischenstopp einlegt und mit Filmpartnerin Merle Vanlohen (Anja Franke) einen Rundflug über die Stadt unternimmt: Die Gastrolle in der Telenovela „Rote Rosen“ als adelige Kunstmäzenin ist ihr, die bei unsere Gala „Menschen 2018“ am 15. Januar 2019 mit Chefredakteur Thomas Thelen plaudern wird, auf den Leib geschrieben. Wie gewohnt trägt sie elegante Mode und erwärmt die Herzen durch einfühlsame Lebensweisheiten.

Zu Rosen hat sie eine gute Beziehung – schließlich wurde 2010 eine duftende, weiß-rosafarbene Tee-Hybride nach ihr benannt.

Die 78-jährige Schauspielerin, der man ihr Alter nicht ansieht, war den Menschen schon immer nah, ob in der Fernsehserie „Lindenstraße“ oder bei ihrem privaten Einsatz gegen die Not in dieser Welt.  Bereits seit 1990 engagiert sie sich für das Kinderhilfswerk Unicef, als dessen Botschafterin sie in Aachen sprechen wird. Gleichzeitig ist sie Patin von fünf Kindern beim Kinderhilfswerk Plan international und gründete unter dessen Dach ihre eigene Stiftung. „Mein Einsatz für Kinder ist eine Herzensangelegenheit“, sagt sie. „Ich kämpfe für die Rechte der Kinder, Kinder brauchen Hilfe, Zuwendung und Respekt.“ 2000 reiste die Schauspielerin unter anderem mit nach Brasilien und besuchte 2003 Unicef-Projekte für Straßenkinder in Russland. Marie-Luise Marjan, die als Marlies Wienkötter am 9. August 1940 in Essen geboren wurde und jetzt in Köln lebt, ist stets authentisch – nicht nur  in der Fernsehserie „Lindenstraße“. In Talkshows wird sie gern die „Mutter der Nation“ genannt. Das nimmt sie freundlich und charmant hin, erzählt davon, dass inzwischen immer mehr Leute statt der Autogrammkarte ein „Selfie mit Mutter Beimer“ machen wollen.

Seit der Erstausstrahlung der „Lindenstraße“ am 8. Dezember 1985 verkörpert sie in der Serie der Produzenten Hana und Hans W. Geißendörfer „Helga Beimer“, die in über 30 Jahren eine stetige Entwicklung durchlief: von der Mama, die ihre Familie verwöhnte, über die von Filmehemann „Hans“ (Joachim Luger) betrogene und schließlich geschiedene Frau bis zur selbstständigen Reisebürokauffrau, Rentnerin und Großmutter.

Kommt nach „Hans Beimers“ Tod in Folge 1685 das Aus für die „Lindenstraße“ 2020? „Ich glaube nicht an das endgültige Ende der Serie“, sagt Marie-Luise Marjan im Gespräch mit unserer Zeitung. „Man wird das überdenken. Wir haben 2019 noch ein ganzes Jahr zu drehen. Das sind 45 Folgen.“

Marie-Luise Marja ist eine Optimistin, die nach der Devise lebt: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Ihr Lebensweg war nicht leicht, sie ist bei Pflegeeltern, die sie adoptierten, in Hattingen aufgewachsen. Bereits im dortigen Gymnasium zeigte sich ihr schauspielerisches Talent. „Denk jetzt nicht, du kannst schon alles“, ist der für sie so typische Titel ihrer Autobiografie, die 2000 erschien.

Mit ihren TV-Rollen hat Marie-Luise Marjan Anteil an zahlreichen Jahrzehnten Fernsehgeschichte, ob sie nun beim „Traumschiff“, in der „Schwarzwaldklinik“ oder bei „Ein Herz und eine Seele“ vorbeischaute. „Eine Kunstmäzenin habe ich tatsächlich noch nie gespielt“, freut sie sich über den Besuch bei „Rote Rosen“ und der Rolle der adeligen Dame. Und den Humor hat sie sich stets bewahrt, schließlich hat Marie-Luise Marjan nicht nur den „Bambi“, den „Telestar“ und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, das Große Bundesverdienstkreuz sowie 2014 den Verdienstorden des Landes NRW angenommen, sondern auch 2004 den „Pfälzer Saumagenorden“!

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