In diesem Semester: Erste Vorlesung der Kinderuni

Erste Vorlesung der Kinderuni : „Wohin mit dem Plastikmüll?“

Lars Blank hat einen tollen Freund. Der Professor für Mikrobiologie der RWTH nennt ihn Mirko. Dabei heißt Mirko eigentlich Pseudomonas putida, ist viel, viel kleiner als ein menschliches Haar und stinkt sogar ein bisschen.

Aber Mirko kann auch aus Plastik neues Plastik, sogenannten Bio-Kunststoff, herstellen. Davon berichtete Blank bei der Kinderuni am Freitag mit dem Titel „Wohin mit dem Plastikmüll? Mikroben helfen beim Plastikrecycling!“ im C.A.R.L. Es war die erste Vorlesung im ersten Halbjahr.

Die Menschheit hat seit 1950, seit PET – der Kunststoff, aus dem zum Beispiel Plastikflaschen für Getränke hergestellt werden – erfunden wurde, 8300 Millionen Tonnen Plastik produziert, fast sämtlich hergestellt aus Erdöl. „Mehr als die Hälfte davon ist auf Mülldeponien oder eben in der Umwelt gelandet. Nur sehr wenig wird auch bei uns recycelt, also zu neuem Kunststoff wiederverwertet“, erklärte Blank. In Europa sind es 30 Prozent, weltweit sogar nur zehn Prozent. Ganz schlecht ist die Wiederverwertungsquote bei Polyurethanen, umgangssprachlich PU genannt. Bauschaum wird daraus gemacht oder auch Haushaltsschwämme. „Davon recyceln wir heute nur fünf Prozent.“

Die allgemein schlechten Recycling-Quoten hängen vor allem mit der Güte des wiederverwerteten Kunststoffes zusammen. „Die Qualität des Plastiks wird mit jedem Recycling-Kreislauf schlechter“, erklärte Blank. „Die eingesammelte PET-Flasche kann ein oder zwei Mal wieder eine PET-Flasche werden, dann vielleicht noch ein Teppich, irgendwann lässt sich das Plastik nur noch verbrennen, um wenigstens die Energie zurückzugewinnen.“

Mirko soll uns dagegen helfen, mehr Plastik zu recyceln und damit auch die Erdöl-Reserven zu schonen. „Mirko kann zerkleinertes Plastik in sich aufnehmen und in einen neuen Bio-Plastik, einen Polyester verwandeln und ausscheiden“, erklärte Blank den jungen Vorlesungsbesuchern. Neues Erdöl brauche es dafür nicht und das Müllproblem könne damit vielleicht auch minimiert werden. Dennoch riet er den Kindern: „Versucht Plastik zu vermeiden, nehmt lieber mal eine Glasflasche. Steckt Eure Fleecepullis beim Waschen in Wäschesäcke, damit weniger Plastikfasern ins Abwasser geraten und trennt den Müll gut. Das hilft enorm!“

Die nächste Kinderuni ist am 10. Mai. Dann gibt es ein Laserharfen-Konzert im C.A.R.L.

(xen)
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