Aachen: Hochrangige Politiker zum Internationalen Karlspreis in Aachen erwartet

Aachen : Hochrangige Politiker zum Internationalen Karlspreis in Aachen erwartet

Die zwei Tage rund um die Verleihung des 13. Internationalen Karlspreises zu Aachen an den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk nehmen immer deutlicher Gestalt an, auch wenn sich „die Gästeliste fast stündlich noch ändert”, wie Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp lächelnd betonte.

„Die Nachfrage dabei zu sein, ist halt sehr groß.” Was genau am Himmelfahrtstag - dem eigentlichen Tag der Verleihung - und dem Vortag in Aachen passiert, stellten Oberbürgermeister Philipp, Dr. Jürgen Linden als Sprecher des Karlspreisdirektoriums und Prof. Dr. Krzyszstof Miszczak von der polnischen Delegation bei einer Pressekonferenz vor. „Wir sind noch nicht mit allen Fragen durch”, so Philipp. Aber: Das Gerüst steht.

So wird der polnische Ministerpräsident mit seiner 43-köpfigen Delegation am Vorabend der Preisverleihung mit seiner Frau anreisen. Nach seiner Ankunft in Aachen wird es das traditionelle Dinner in der Aula Carolina geben.

Auch hochrangiger Besuch zum Karlspreis hat bereits fest zugesagt, so unter anderem die ehemaligen Preisträger Dr. Angela Merkel, die auch die Laudatio hält, Leo Tindemans, der ehemalige Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog oder Dr. Jean-Claude Juncker. Weitere Gäste sind unter anderem Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Prof. Dr. Jerzy Buzek, der Präsident des Europäischen Parlaments oder die ehemalige ukrainische Premierministerin Julija Tymoschenko.

Der Himmelfahrtstag beginnt mit einem Pontifikalamt im Aachener Dom, nach dem die Gäste gemeinsam zum Aachener Rathaus gehen, in dem der Festakt stattfindet. Hier bleibt der „Ablauf eigentlich wie immer”, erklärte Philipp.

Kleine Neuerung bei der Begrüßungsmusik: Die polnische und die deutsche Nationalhymne werden gesungen. Dann folgt die Ansprache des Oberbürgermeisters, die Laudatio von Angela Merkel hält und die Übergabe des Karlspreises. Nach der Karls-Hymne „Urbs aquensis” in lateinischer Sprache, wird Donald Tusk seine Dankesrede halten, bevor der Festakt mit Musik von Chopin ausklingt. Danach folgt der gemeinsame Gang zum Katschhof und das viel zitierte âBad in der Menge´.

Dabei waren sich Philipp, Linden und Miszczak einig, dass das Programm der Tage von zwei Dingen überschattet werde: Der tragischen Flugkatastrophe von Smolensk, bei der viele hochrangige polnische Staatsbürger umkamen, sowie der Krise in Griechenland. Die große Anzahl an Terminen, die sich nach der Flugkatastrophe zwangsweise ergeben hätten, führten jetzt auch dazu, dass zwei beliebte Programmpunkte ausfallen müssen, bedauerte Linden: Der traditionelle Besuch des designierten Karlspreisträger an der RWTH Aachen am Vortag der Verleihung, sowie ein Besuch von Tusk beim Karlspreis-Europa-Forum, das ebenfalls am Vortag im Ratssaal des Aachener Rathaus stattfindet und bei dem hochrangige europäische Politiker und Fachleute in diesem Jahr über das Thema Die Integration vertiefen - Europas Stärken nutzen´ diskutieren.

Aber: „Dafür haben alle volles Verständnis”, so Jürgen Linden dazu. Zur Griechenlandthematik meinte Linden, es gebe sehr wenig Europa-Euphorie derzeit und es stelle sich die Frage: „Kann der Karlspreis 2010 der Vertrauen in die Europäischen Union und die Europäische Währung stärken?” Krzyszstof Miszczak bestätigte, dass Donald Tusk am Tag der Preisverleihung das gesamt Programm wahrnehmen werde und stellte sogar mögliche direkte Gespräche zwischen Angela Merkel und Donald Tusk in Aussicht.

Mangelnde Europa-Euphorie kann er in seinem Land nicht ausmachen: „86 Prozent der polnischen Bevölkerung stehen Europa positiv gegenüber.” So sei auch das ganze Land stolz auf die kommende Auszeichnung: „Durch den Preis werden auch die Errungenschaften des polnischen Volkes anerkannt.”