Kreis Heinsberg: Sparkassen-Neubau: 20-Millionen-Euro-Projekt in Erkelenz

Kreis Heinsberg: Sparkassen-Neubau: 20-Millionen-Euro-Projekt in Erkelenz

Fast 80 Handwerker arbeiten derzeit auf der Großbaustelle in der Innenstadt von Erkelenz: An der Ecke von Tenholter Straße und Kölner Straße steht der Neubau der Kreissparkasse vor der Fertigstellung. Anfang Februar soll der Umzug — von der nunmehr seit drei Jahren genutzten Übergangslösung an der Hermann-Josef-Gormanns-Straße zurück an den Dr.-Eberle-Platz — beginnen. In der neuen Hauptstelle am alten Ort sollen die ersten Kunden am Montag, 17. Februar, bedient werden.

Ein Tag der offenen Tür ist am Sonntag, 23. März, geplant. Dies gab die Sparkassenleitung mit dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Pennartz an der Spitze am Freitag bei einem Pressegespräch im Neubau bekannt.

220 Quadratmeter groß ist die überbaute Fläche, die beim Sparkassen-Neubau in Erkelenz als Dr. Eberle-Platz erhalten geblieben ist. Ein Café, das als Mieter in den Bau einzieht, plant dort auch eine Außenbestuhlung. Foto: Koenigs

20 Millionen Euro hat die Kreissparkasse in das neue Gebäude ­investiert und dabei den selbst ­gesetzten Kostenrahmen eingehalten, wie Pennartz erklärte. Der Architekt, Wolfgang Emondts aus ­Hückelhoven, zeigte sich „glücklich“ über die gelungene Umsetzung seiner Pläne. Gereon Frauenrath und Björn Schlun waren „besonders stolz“, dass ihre Bauunternehmungen, die bei diesem Projekt in einer Arbeitsgemeinschaft als Generalunternehmer fungieren, ihre Leistung im Kreis Heinsberg unter Beweis stellen und die Herausforderung meistern konnten.

Rund 80 Prozent aller Aufträge sind an Unternehmen aus der Region gegangen. „Dies ist ein deutliches Zeichen für die Leistungsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft“, betonte der Sparkassendirektor.

Stolz ist die Kreissparkassenführung darauf, dass ihre neue Hauptstelle bereits als „Green Building“ (Grünes Gebäude) zertifiziert worden sei. Die Klimatisierung erfolge weitestgehend durch Geothermie. Für die komplette Beleuchtung würden energiesparende LED-Lampen eingesetzt. Zudem werde es in der Tiefgarage eine „Zapfsäule“ für E-Mobile geben. Die Sparkasse habe sehr viel Wert auf den Aspekt „Nachhaltigkeit“ gelegt, so Pennartz. Bewusst sei auch die Entscheidung für einen Naturstein als Fassade, für ­Basaltlava aus Mayen in der Vulkan­eifel, getroffen worden.

Die anfangs zu hörende Kritik an dem „dunklen Gebäude“ sei inzwischen verstummt, nachdem der Stein nun — im Zusammenwirken mit den weiß eingerahmten Glasfassaden — anders zur Geltung komme. Sparkassenintern sei scherzhaft schon von „Milchschnitte“ die Rede, wie Pennartz verriet. Über die Fassadengestaltung wolle die Sparkasse mit Materialwechsel und durch Anlehnung an die klassische Moderne „neue Akzente im Stadtbild von Erkelenz setzen“, so war schon 2009 erklärt worden.

Dabei war dem Wunsch der Stadt Erkelenz entsprochen worden, die Häuserzeile an der Kölner Straße zu schließen. So bleibt vom Dr.-Eberle-Platz letztlich eine 220 Quadratmeter große Fläche übrig. Eine Bäckerei, die in dem Objekt ein Café einrichten will, soll davon 60 Quadratmeter zur Außenbestuhlung nutzen.

Bei der Innengestaltung in dem viergeschossigen, mit einem zurückliegenden fünften Staffelgeschoss versehenen Gebäude will die Sparkasse ihre Verbundenheit mit der gesamten Region widerspiegeln — „mit der einen oder andere Überraschung“, wie Pennartz geheimnisvoll ankündigte.

Der Sparkassendirektor räumte ein, dass dieses große Bauvorhaben mitten in der Stadt nicht ohne Beeinträchtigung der Nachbarschaft realisierbar gewesen sei. Er dankte für viel Verständnis. Und Pennartz war sehr froh darüber, dass sowohl beim Abriss als auch beim Neubau „bisher alles gut gegangen ist und keine Unfälle geschehen sind“.

(disch)
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