Wassenberg-Effeld: Spargelbauern warten auf warmes Wetter

Wassenberg-Effeld: Spargelbauern warten auf warmes Wetter

Franz-Josef Geiser ist kein Mann der großen Worte. „Tja”, sagt er und zuckt mit den Schultern, „zu kalt.” Bei Temperaturen um die 25 Grad könne der Spargel über Nacht fünf bis zehn Zentimeter wachsen, aber davon sei man im Moment weit entfernt.

Deshalb weisen derzeit auch noch keine Schilder mit der Aufschrift „Spargel” den Weg zum Rurhof in Effeld. Einen Verkauf ab Hof gibt es noch nicht. Nur Restaurants in Heinsberg, Aachen und Mönchengladbach werden derzeit von Geiser und seiner Frau Gerda beliefert.

Auf Geisers Feld liegen die Folienbahnen zusammengeschoben zwischen den Spargelreihen, die weiße Seite nach oben. Mamí Cissi und ein halbes Dutzend weiterer Erntehelfer gehen die sauber gezogenen Erdhügel ab. Mamí Cissis Blick ist geschult, seit zehn Jahren arbeitet er schon für den Effelder Landwirt auf dem Feld. Wo eine weiße Spitze minimal aus der Erde lugt, schiebt er mit der Hand etwas Erde weg, hält er mit der einen den Spargel fest und hebelt dann mit dem Steckgerät in der anderen das Gemüse frei. Ein Schnitt, Spargel beiseite legen, dann mit der Glättekelle das Loch wieder verschließen und die Erde andrücken - weiter.

Mit dem Rad aufs Feld

Im gleichen Takt gehen die anderen Erntehelfer vor, geredet wird wenig. Wo seine Arbeiter herkommen? „Alle aus der Region”, sagt Geiser und lacht. Das stimmt - und auch wieder nicht. Diejenigen, die gerade auf den drei Hektar Land Spargel ernten, wohnen alle im näheren Umkreis - wie etwa Cissi in Rosenthal. Der kommt mit dem Roller, die anderen mit dem Rad. Aber kein einziger ist deutsch, die meisten stammen aus Osteuropa. Wenn die Hochsaison beginnt, erzählt Geiser, werden außerdem auch wieder Wanderarbeiter aus Rumänien da sein.

Wenn Franz-Josef Geiser darauf zu sprechen kommt, was er davon hält, dass hierzulande keiner mehr Feldarbeit machen will, wird er doch noch gesprächig. „Bin ich mir dafür zu schade?”, fragt er, „nein”. Und die Arbeit sei weder schwer noch kompliziert. Aber das sei ein anderes Thema, es ginge ja jetzt um den Spargel. Zwischen sechs und acht Euro kostet derzeit das Kilo, je dicker die Stange, desto teurer.

Geiser betreibt den Rurhof in der dritten Generation, seit der zweiten wird Spargel angebaut. „Grolim” heißt die Sorte, die er anbaut. Diese sei nicht zu süß und robust. Sie bevorzugt Geiser, die wächst in dem sandigen, nicht zu feuchten Boden am besten und die isst er selbst am liebsten. Auch der 42-jährige Mamí Cissi mag den Spargel, „aber nur, wenn der Chef den kocht”. Er selbst könne ihn nicht zubereiten. Geiser lacht, „jaja”, sagt er nur - er ist halt kein Mann der großen Worte.

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