Wassenberg-Steinkirchen: Sommerliches Konzert mit ungewöhnlichen Arrangements

Wassenberg-Steinkirchen: Sommerliches Konzert mit ungewöhnlichen Arrangements

Strahlende Sonne und erträgliche Temperaturen boten angenehme Zutaten zum sommerlichen Konzert des in den südlichen Niederlanden sehr angesehenen „Coro Incanto”.

Es war der wiederholte Auftritt des aus mehreren Orten kommenden Chores unter Leitung der Ausnahmedirigentin und Konzertpianistin Veron Jongstra, die in Steinkirchen von den Dirigenten und Mitsängern Ron Hanssen und Patrick Vaessens großartig unterstützt wurde.

Die besondere Akustik des neugotischen, imposanten Kirchenraumes nutzten die „Raumkünstler” zu ungewöhnlichen Arrangements. So wurde das Konzert auch zum „Raumerlebnis” außergewöhnlicher Art und Wirkung. Die Programmgestaltung begann mit marianischen Gesängen von Franchi und Biebl, denen Nina Wezenberg aus Vlodrop mit ihrer herrlichen Sopranstimme - zurückhaltend untermalt von Ron Hanssen und Roger Vaessens - innigen Ausdruck und strahlenden Glanz verlieh.

Hierzulande weniger bekannte Komponisten der italienischen Schule und die „Irischen Segenswünsche” leiteten über zu wunderbaren Interpretationen von „Caro mio ben” des Italieners Giordani, dem zwei Männerstimmen eine schöne, baritonale Ausdruckskraft verliehen. „Amsterdamer Grachten” von Peter Shott - zwei alten niederländischen Gesängen in der Muttersprache des Chores, die die Zuhörer bildhaft in die Folklore der niederländischen Städtegrachten versetzten.

Folklore stand auch auf dem Programm mit „Sur le pont” aus dem Französischen, Nina Wezenberg mit ihrem wunderschönen „Gabriellas Song” und anderen Folklore-Songs aus der niederländischen und englischen Sprachwelt.

Das schönste von allen aber war „Well meet again” eines irischen Komponisten. Da waren sich Chor, Dirigenten und Zuhörer einig: „Wiederkommen möchten sie”, und das möchten auch die vielen Besucher in der Martinus-Kirche, die sich immer mehr zu einem kulturellen Mittelpunkt etabliert dank des Einsatzes des Ehepaares Mike und Fred Küppers. „Hier wird der vielbeschworenen und beschriebenen deutsch-niederländischen kulturellen Zusammenarbeit im Grenzraum hör- und sichtbare Gestalt gegeben” meinten nicht wenige der begeisterten Gäste, die selbst aus Aachen und Essen nach Steinkirchen gekommen waren.

Ein besonderer Dank ging an Mike Küppers, die, selber aus Vlodrop stammend, dieser Zusammenarbeit in einem einmalig gut geeigneten Kirchenraum viel Zeit und Engagement - selbstverständlich ehrenamtlich - widmet. Zum ersten Mal Gast des Konzertes war der neue Pfarrer Thomas Wieners von St. Marien Wassenberg, der sich sehr angesprochen fühlte von dieser Art der Nutzung einer schönen, für den normalen Gottesdienst wenig genutzten Kirche. Die sommerliche Ruraue mit ihrer Weite und ihrer grenzüberschreitenden Kultursprache böte eine sehr gute Basis.