Düren: Skunks erleben die Krise am eigenen Pelz

Düren : Skunks erleben die Krise am eigenen Pelz

Irgendwann im Leben eines Stinktieres kommt der Zeitpunkt, an dem es sich Gummi-Brüste umschnallt und auf Herbergssuche geht. Die Mitglieder der Skunk KG konnten davon bei der Premiere der 9. Skunksitzung ein Lied singen.

Und es war ein trauriges Lied, das die Macher der kabarettistischen Karnevalsrevue sangen: Es handelt davon, dass die Stinktiere aus ihrer angestammten Höhle geflogen sind. Es handelt vom Exodus einer bedrohten Künstlerart - und ja, es ging am Rande auch um sekundäre Geschlechtsmerkmale zum Umschnallen, die irgendwie in eine neue Bleibe transportiert werden mussten. Klingt Banane, ist aber typisch Skunks.

Wie schwer diese Suche nach einer Spielstätte war - das zeigten die possierlichen Tierchen gleich zu Beginn der Sitzung in einem Film. Mal augenzwinkernd, mal gallig, mal unverhohlen bissig. Gewürzt mit einer Portion Nonsense und skurriler Banalität. So, wie die Zuschauer die Skunks in all den Jahren kennen- und schätzengelernt haben. Ja, während dieser ersten Minuten war die Welt der Skunk KG - trotz des Verlusts ihrer Spielstätte in der Dürener Druckerei - noch in Ordnung.

Sie zauberten beispielsweise mit Leichtigkeit ein Entsetzen auf das Gesicht der Direktorin, als sie im durchgestylten Anbau des Hoesch-Museums noch etwas Farbe auftragen wollten. Am Ende der Odyssee fanden sie Unterschlupf bei „den wahren Guten Menschen”, bei der der Evangelischen Gemeinde.

Wie schwer diese Suche für das Ensemble war, das zeigte wohl auch das Programm. Besonders während der ersten Premierenhalbzeit wollte der Funke nicht immer überspringen. Statt Begeisterungsstürmen gab es nach manchen Auftritten eher wohlwollenden Applaus. Vielleicht ist der Sketch „Bauchladen des Untergangs”, in dem Iris Steiger-Landsch und Dirk Steiger den Überflussramsch der Vorkrisen-Zeit unters Volk bringen wollen, ein geeigneter Vergleich: Den Skunks mangelte es nicht an Ideen, sie hatten einen Bauchladen davon.

Aber die Ungewissheit, ob überhaupt eine Revue gezeigt wird, die fehlende Vorbereitungszeit und das neue Ambiente machten sich bemerkbar. Oder anders gesagt: Die Stinktiere haben erstmals an Biss verloren. Die Revue hatte Oberwasser, das (politische) Kabarett funkte phasenweise Seenot, generell war der Kurs eher unklar.

Wer sich ein eigenes Bild machen möchte: Restkarten gibt es unter Tel. 02421 - 18 92 04.