Selfkant-Tüddern: Sicherheit für Lkw: Gefahr für Autos?

Selfkant-Tüddern: Sicherheit für Lkw: Gefahr für Autos?

Das Bauernmuseum Tüddern platzte bei der Bürgerversammlung aus allen Nähten. Erstes Aufregerthema war die ehemalige Löwensafari. Bürgermeister Herbert Corsten teilte mit, dass die Kiesabtragung auf dem Gelände nun beginnen könne.

Für die gesamte Renaturierung ist ein Zeitfenster von rund fünf Jahren vorgesehen. Der Bürgermeister sagte, dass er hoffe, nach drei Jahren bereits mit den Renaturierungsmaßnahmen - Anlegen eines 2,2 Hektar großen Sees sowie von Feucht- und Trockenbiotopen - begonnen werden könne. Ein Sichtschutz entlang der K1 wird noch angefertigt.

Corsten teilte ferner mit, dass hier in Höhe der Ausfahrt die zweite Ampelanlage im Selfkant aufgestellt wurde, um eine Unfallgefahr für ausfahrende Lkw zu verhindern. Wenn ein Lkw die Kiesgrube verlässt, schaltet die Ampelanlage auf Rot für die K1, damit der Lkw freie Fahrt hat. „Die Ampelanlage für die Ausfahrt ist schon notwendig, dadurch wurde auch das Unfallrisiko auf dieser vielbefahrenen Straße vermindert”, sagte Friedel Wilms vom Straßenverkehrsamt Kreis Heinsberg.

Sobald sich der Lkw auf der K1 befindet, schaltet die Anlage schnell wieder auf Grün, damit sich keine langen Warteschleifen bilden. Bei der Bürgerversammlung wurde daran Kritik laut: „Das ist ein neuer Gefahrenpunkt für die Autofahrer von Tüddern aus kommend”, hieß es. Grund für die Einwände ist die scharfe Rechtskurve nach der langen Geraden auf der K1. Wer schnell unterwegs ist, wird möglicherweise von der roten Ampel böse überrascht.

Der zweite Aufreger des Abends war die Kanal-Dichtheitsprüfung nach § 61 des Landeswassergesetzes. Bis 2020 kann sich das laut Bürgermeister ziehen. „Meine Bitte ist: Lassen Sie sich nicht verrückt machen”, so der Bürgermeister. Man werde die Anwohner über eine anstehende Überprüfung des eigenen Anschlusses rechtzeitig informieren, sobald die Gemeinde den öffentlichen Kanal überprüfen lässt.„Dann können Sie sich der Firma anschließen.” So sei die Überprüfung des eigenen Anschlusses viel kostengünstiger als wenn man sich selbst eine Firma suche. Die Firma würde nach der Kontrolle Zertifikate ausstellen.

In Sachen Schulentwicklung bemüht sich die Kommune seit Anfang 2010 darum, ihre Selfkantschule in Höngen zu erhalten. Fast 30 Treffen, unter anderen mit der Gemeinde Gangelt, haben seitdem stattgefunden. Bürgermeister Corsten und die Ratsmitglieder sehen in der Gemeinde den geeigneten Schulpartner, wobei Gangelt lange an der Realschule festgehalten hat. Dies hat sich nach Schulbeschluss der Landesregierung mit der Einführung der Sekundarschule geändert, auch in Gangelt fand ein Umdenken statt. Eine Lösung ist in Sicht. Corsten versprach, in Kürze diese Ergebnisse der Öffentlichkeit mitzuteilen.

Einige Bürger hatten Sorge um den Erhalt der Grundschulstandorte. Hier gab Corsten Entwarnung, wobei eine vorübergehende Zusammenlegung der Grundschulen Tüddern und Süsterseel möglich sei, hier müsse man die Anmeldungen abwarten.

Beunruhigend ist dagegen die Haushaltslage. „Es sieht nicht gut aus und das Schlimme ist, dass wir für unseren Sparkurs von der Landesregierung bestraft werden”, sagte Corsten. Neben der Verschiebung der Schlüsselzuweisungen für finanzschwache Gemeinden ist die drastisch gestiegene Kreisumlage ein Problem. „Der Kreis verlangt mehr Umlage als wir als Schlüsselzuweisung von der Landesregierung erhalten”, so Corsten und blickte in versteinerte Gesichter in der Runde. Vom Land kommen in den kommenden Jahren rund 2,6 Millionen Euro, der Kreis verlangt aber 5,6 Millionen Euro Umlage.

„Woher den Differenzbetrag nehmen?”, fragte Corsten.

Verein „Ues Tüddere” will Projekt Gemeinschaftshaus vorantreiben

Bereits vor Monaten hat sich eine Interessengemeinschaft aus 16 Ortsvereinen, die mehr als 1000 Mitglieder umfassen, gebildet, um das Projekt Gemeinschaftshaus zu realisieren. Die Ortsvorsteher Heinz-Hubert Ruers und Franz-Josef Ameln stellten nun zusammen mit weiteren Vertretern der IG das Anliegen der Bevölkerung vor.

Tüddern steht vor einem Problem, denn der Saal Hostenbach/Zum Savo ist verkauft, nur bis Mitte nächsten Jahres steht der Saal noch für Veranstaltungen zur Verfügung. Ein Gemeinschaftshaus ist dringend notwendig, denn die Vereine erfreuen sich derzeit eines blühenden kulturellen Lebens im größten Ort der Gemeinde Selfkant. Der wächst derzeit durch Neubaugebiete und das große Nahversorgungszentrum zieht viele Besucher an. Ein Grundstück ist schon ins Auge gefasst, Bürgermeister Herbert Corsten versprach seinen persönlichen Einsatz für den Ort. Außerdem wurde an dem Abend beschlossen, einen eigenen Verein „Ues Tüddere” zu gründen, der das Ziel hat, das Projekt Gemeinschaftshaus voranzutreiben.

Am Mittwoch, 16. November 2011, um 19.30 Uhr soll die Gründungsversammlung im Bauermuseum stattfinden. Es prasselte Applaus der zahlreichen Anwesenden, als dies bekanntgegeben wurde.