Heinsberg: Sensationelle Ehrung für „Strahlende Kinderaugen”

Heinsberg: Sensationelle Ehrung für „Strahlende Kinderaugen”

Das Sprichwort „ehre, wem Ehre gebührt” fand am Freitag im Rathaus der Stadt Heinsberg wieder einmal ein gutes Beispiel. Denn mit Sandra Classen-Krüppel und Uwe Pfeil empfing Bürgermeister Wolfgang Dieder zwei Kreisstädter, deren beispielhafte Initiative „Strahlende Kinderaugen” in diesen Tagen bundesweit für Furore sorgte.

Um bürgerschaftliches Engagement in Deutschland zu unterstützen und mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, hat die GVV-Kommunalversicherung VVaG aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens einen Ehrenamtspreis ins Leben gerufen, der mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist. „Strahlende Kinderaugen” belegte sensationell mit 5000 Euro den ersten Platz unter 136 Bewerbern.

„Alle Kommunen, die der Versicherung angeschlossen sind, waren vorschlagsberechtigt”, erläuterte Dieder. „Die Ausschreibung hatte einen gewaltigen Verbreitungsgrad.” Bis zum 31. März konnten sich die Kommunen für ihre Kandidaten stark machen und begründen, warum gerade die Personen oder Initiativen im eigenen Verwaltungsgebiet vor allen anderen eine Auszeichnung verdient hätten.

Der Stadt Heinsberg fiel dies nicht schwer, erinnerte Dieder an die Erfolgsgeschichte der Initiative. Mit einem Weihnachtsbaum im Frisörsalon von Uwe Pfeil fiel im Jahr 2003 der Startschuss. Seine Frau Doro hatte auf einem Seminar von einer wohl aus dem kanadischen Raum stammenden Idee erfahren, von der sie gleich begeistert zuhause erzählte.

Bedürftige Kinder hatten die Möglichkeit, zum Weihnachtsfest einen ihrer sehnlichsten Wünsche, der einen bestimmten Betrag nicht übersteigen durfte, auf einen Zettel zu schreiben, der dann in einem Geschäft an einen Weihnachtsbaum gehängt wurde. Die Kunden sollten, so die Hoffnung, am Ende den kleinen Wunsch erfüllen und das Präsent unter den Baum legen.

„Mit 70 Wunschzetteln am Baum von Uwe Pfeil hat alles begonnen”, sagte Dieder. Nicht zu letzt durch das Engagement von Sandra Classen-Krüppel, die von Anfang an die Idee unterstützte, zog die Aktion große Kreise. Im letzten Jahr beteiligten sich bereits 13 Geschäfte daran, so dass insgesamt rund 1100 Wünsche erfüllt werden konnten. „Wir mussten 2009 sogar einen Verein Gründen, um auch Spenden annehmen zu können”, freut sich Classen-Krüppel über die tolle Resonanz und verspricht gleich noch einige weitere Projekte für die Zukunft. So hatte in der Vergangenheit bereits ein Benefizturnier des TC Rot-Weiß Lieck einen Erlös von 2500 Euro für ein Kinderprojekt von Amos erbracht.

Ähnlich aufgeregt wie die Kinder zur Bescherung waren dann auch Pfeil und Classen-Krüppel, als sie jetzt im Kölner Gürzenich aus der Hand von Roman Herzog ihren Preis nebst Urkunde erhielten. „Man bekommt schon feuchte Finger, wenn man da zwischen 500 Leuten steht und weiß, dass man gewonnen hat”, beschreibt Pfeil seine Gefühle. „Mittlerweile gibt es auch viele, die unsere Idee nachgeahmt haben”, mischt sich zu Recht auch ein wenig Stolz in die Freude.