Selfkant: Selfkänter Radsportler in Görlitz herzlich empfangen

Selfkant: Selfkänter Radsportler in Görlitz herzlich empfangen

Die Erleichterung war allen zehn Mitgliedern des Velo-Club-Selfkant anzumerken, als sie samstags vor dem Rathaus in Görlitz eintrafen, wo sie von den stellvertretenden Bürgermeistern der Zipfel-Partnergemeinden Görlitz und Selfkant empfangen wurden.

Da dort kurz vorher eine Hochzeit stattgefunden hatte und sich zudem zahlreiche Touristen vor dem historischen Rathaus aufhielten, wurden die Radsportler von unerwartet vielen Zuschauern mit herzlichem und anerkennendem Applaus begrüßt, zumal die Gruppe nach über 900 Kilometern Fahrt nicht nur, wie avisiert, um „circa 16.00 Uhr”, sondern auf die Sekunde pünktlich um 16.00 Uhr vor dem Rathaus vorfuhr.

Dafür hatten Sportfreunde vom Postsportverein Görlitz gesorgt, die die Radler aus dem Selfkant auf den letzten 25 Kilometern zum Ziel begleitet hatten, ebenso wie die Görlitzer Polizei, die bei der Durchfahrt durch die Stadt für freie Fahrt sorgte.

Vorausgegangen waren fünf schwere Etappen quer durch Deutschlands Mitte, die kürzeste Etappe 171 Kilometer, die längste 202 Kilometer, über insgesamt 8100 Höhenmetern. Lediglich auf der ersten Etappe von Tüddern nach Neustadt/Wied, zu der Selfkants stellvertretende Bürgermeisterin Ruth Deckers die Sportler dienstags verabschiedet hatte, ging es in der ersten Hälfte bis Bonn noch flach zu.

Ab dort waren dann nur noch Bergetappen im Programm: durch das Siebengebirge nach Neustadt/Wied, am nächsten Tag durch den Westerwald und den Vogelsberg nach Lauterbach bei Fulda. Der dritte Tag führte über die Ausläufer der Rhön und den Hauptkamm des Thüringer Waldes nach Bad Berka bei Weimar, der vierte Tag über Naumburg und Weissenfels nach Roßwein in Sachsen.

Auf der letzten Etappe von Roßwein über Dresden nach Görlitz brachten dann zahlreiche Straßensperrungen und Umleitungen den Zeitplan derart durcheinander, dass man kurzfristig die Route änderte und nicht über den Hohwald und durch Gangelts Partnergemeinde Sohland fuhr, sondern die etwas schnellere Route über Bautzen wählte.

Ansonsten hatte Rainer Mansel die Route überwiegend über ruhige Nebenstrecken geplant, durch landschaftlich herrliche Gebiete mit meist hervorragenden Straßen. Zum Glück nur selten wurden die Renner durch (DDR-)antike Kopfsteinpflasterpassagen gemartert. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass es auf der Tour nur einen „Platten” und sonst keine Pannen gab. Wie bei den vorangegangenen Touren des Clubs hatte wieder Walter Cohnen die Begleitung und Betreuung der Radler übernommen, so dass zwischendurch ständig Getränke und Verpflegung bereitstanden.

Trotz der Strapazen dieser Fahrt waren sich die Teilnehmer um den Velo-Club-Vorsitzenden Werner Nitsche einig, dass im nächsten Jahr der noch fehlende Nord-Zipfel List auf Sylt in Angriff genommen wird, schließlich sei die Fahrt dorthin mit „gerade mal 700 flachen Kilometern im Vergleich zu Oberstdorf oder Görlitz nur ein „Klacks”.

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